Im Jahr 2015 trafen sich zwei damals schon reiche und heute noch reichere Männer in Kalifornien regelmäßig zum Essen und sprachen über ihre Sorgen. Der eine war Elon Musk, der mit seiner Raketenfirma SpaceX zum Mars fliegen wollte, der andere Sam Altman, der als Chef der Start-up-Schmiede Y Combinator jungen Firmen wie Airbnb zum Erfolg verholfen hatte. Männer also, die groß denken – nicht zuletzt von sich – und die allergrößten Sorgen haben. Zum Beispiel die, dass künstliche Intelligenz (KI) die Menschheit vernichten könnte.
Genau das war auch Thema dieser Treffen. Wenn es schon eine allgemeine künstliche Intelligenz (AGI) geben müsse, ein Computerprogramm, das schlauer als alle Menschen ist, dann »wäre es gut, wenn es nicht ausgerechnet zuerst von Google kommt«, schrieb Altman in einer E-Mail an Musk. Er schlug vor, eine eigene Forschungseinrichtung zu gründen, ein »Manhattan Project für KI«, wie er es nannte. Eine Anspielung auf das Programm, mit dem die USA einst an der Atombombe forschten. »Wir könnten es so einrichten, dass die Technologie über eine Art Non-Profit-Organisation der Allgemeinheit gehört.« Musk antwortete: »Wahrscheinlich ist das eine Überlegung wert.«
Kurz darauf gründeten Musk und Altman gemeinsam mit anderen OpenAI, die Firma, die heute den Chatbot ChatGPT betreibt. Und tatsächlich war die Rechtsform eine gemeinnützige Organisation. In einem Gründungsdokument hieß es, man wolle KI »zum Wohle der Menschheit« entwickeln, ohne von der Pflicht gebunden zu sein, Geld verdienen zu müssen. Auf keinen Fall wollte man ein Wettrennen mit anderen Firmen starten. Wenn jemand anders der AGI nahe käme, würde man »aufhören zu konkurrieren und diesem Projekt helfen«.











