Die deutsche Reisebranche hofft auch nach dem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff auf ein weiteres Rekordjahr für den Urlaub auf hoher See. „2026 setzt sich der Nachfrageanstieg fort“, teilte der Deutsche Reiseverband (DRV) am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters mit. „Wir rechnen für dieses Jahr weiterhin mit wachsenden Passagierzahlen.“ Die Kreuzfahrtbranche blickt auf ein sehr gute Buchungszahlen zurück: 2025 traten 1,51 Millionen Menschen eine Hochseekreuzfahrt von einem der deutschen Häfen an der Nord- und Ostsee an – so viele wie noch nie, wie das Statistische Bundesamt bekanntgab. Das waren 4,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 betrug der Anstieg 13,5 Prozent. Während der Pandemie waren die Zahlen wegen der Reisebeschränkungen eingebrochen.„Kreuzfahrten waren auch 2025 der Wachstumsmotor für die deutsche Reisewirtschaft“, betonte der DRV. Die Deutschen gaben demnach für Hochsee- und Flusskreuzfahrten rund 6,7 Milliarden Euro aus und damit acht Prozent mehr als im Vorjahr. „Die Kreuzfahrt überzeugt mit klar kalkulierbaren Leistungen und einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis“, so der Reiseverband zur wachsenden Beliebtheit. Dieser tut offenbar der Ausbruch des Hantavirus auf dem Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ während einer Atlantikreise mit drei Todesfällen keinen Abbruch. Das Hantavirus ist ein weltweit verbreiteter Erreger, der vor allem von Nagetieren wie Mäusen und Ratten übertragen wird. Während Infektionen in Mitteleuropa oft mild oder sogar ohne Symptome verlaufen, können bestimmte Virus-Stämme im Ausland lebensgefährlich sein.Kreuzfahrtreisen wurden zuletzt nicht nur in Deutschland, sondern europaweit wieder beliebter. Für die Europäische Union liegen bislang nur für das Jahr 2024 Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat vor. Danach begannen EU-weit 8,73 Millionen Menschen eine Kreuzfahrt. Das waren 12,2 Prozent mehr als 2023. Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 mit damals 7,39 Millionen Reisenden betrug der Anstieg 18,1 Prozent.Jeder sechste Kreuzfahrt-Reisende in der EU startete 2024 von Deutschland aus (16,6 Prozent). Damit lag Deutschland als Ausgangsort auf Platz drei der EU-Staaten. Die meisten Passagiere gingen in Italien (28,4 Prozent) an Bord eines Hochsee-Kreuzfahrtschiffes, gefolgt von Spanien (22,3 Prozent). In Frankreich starteten 13,6 Prozent der Reisenden ihre Fahrt, in Griechenland 8,3 Prozent. Dem DRV zufolge war das beliebteste Reisegebiet bei Hochseekreuzfahrten 2025 mit einem Anteil von 37 Prozent die Nordsee, gefolgt vom westlichen Mittelmeer mit 20 Prozent sowie dem Atlantik einschließlich Kanaren, Madeira, Kapverden, Azoren und Portugal mit 14 Prozent.
Kreuzfahrten in Deutschland 2026: Passagierrekord erwartet
2025 nutzten 1,51 Millionen Deutsche Kreuzfahrten ab Nord- und Ostsee. Europaweit steigen Passagierzahlen weiter.






