Strafverfolger haben in mehreren Ländern im Nahen Osten und in Nordafrika (Middle East and North Africa, MENA) haben eine konzertierte Aktion gegen Cyberkriminelle durchgeführt und dabei mehrere Hundert Verdächtige identifiziert. Es war die erste Aktion dieser Art im MENA-Raum. Koordiniert wurde sie von Interpol.

Die Operation Ramz richtete sich gegen Kriminelle, die Phishing- und Malware-Attacken durchführten und Betrug begingen. Sie lief von Oktober 2015 bis Ende Februar 2026, wie Interpol erst jetzt mitgeteilt hat. Beteiligt waren 13 Länder in der MENA-Region. Dabei wurden 201 Personen festgenommen sowie 382 weitere Verdächtige sowie 3867 Opfer identifiziert. Zudem stellten die Strafverfolger 53 Server sicher sowie weitere Geräte, die von den Cyberkriminellen mit Malware infiziert und für ihre Aktivitäten eingesetzt wurden. Das geschah teilweise ohne Wissen von deren Besitzern.

Zur Cyberkriminalität gezwungen

Einige der Festgenommenen waren ihrerseits Opfer: Die jordanische Polizei fasste 15 Personen aus asiatischen Ländern, die von Menschenhändlern unter falschen Versprechungen nach Jordanien gelockt und dann zur Mitwirkung an den kriminellen Aktivitäten gezwungen wurden.

„In einer Welt, in der Cyberkriminelle den digitalen Raum ohne Grenzen nutzen, zeigt die Operation Ramz die Wirksamkeit globaler Zusammenarbeit“, sagte Neal Jetton, Liter des Bereichs Cyberkriminalität bei Interpol. „Interpol setzt sich stark dafür ein, zusammen mit den Mitgliedsländern und Partnern aus der Wirtschaft kriminelle Infrastrukturen unschädlich zu machen, kriminelle Gruppen zu zerschlagen und Täter vor Gericht zu bringen.“