PfadnavigationHomeRegionalesNiedersachsen & BremenJugendkriminalität häufiger in «benachteiligten» LandkreisenStand: 06:02 UhrLesedauer: 2 MinutenKinder- und Jugendkriminalität hat sich nach der Corona-Pandemie verstärkt. (Symbolbild)Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpaDie Corona-Pandemie hat vieles verändert - sogar die Kinder- und Jugendkriminalität hat danach zugenommen. Warum das vor allem bestimmte Regionen betrifft.Je ungünstiger die wirtschaftliche Lage in einem Landkreis, desto höher ist einer neuen Untersuchung zufolge das Ausmaß der Jugendkriminalität. Kinder und Jugendliche aus «strukturell benachteiligten Landkreisen» würden häufiger als Tatverdächtige registriert, teilte das Landeskriminalamt Niedersachsen zum Forschungsprojekt «Jugendkriminalität in Niedersachsen» mit.«Das soziale Umfeld spielt dabei eine zentrale Rolle: Familiäre Beziehungen und Freundeskreise prägen Jugendliche entscheidend», betonte Projektleiter Lukas Boll. «Wo Bindungen stabil sind und positive Vorbilder existieren, schützt das – andernfalls steigt das Risiko für Straftaten», sagte er. Der Präsident des Landeskriminalamts Niedersachsen, Thorsten Massinger, betonte: «Jugendkriminalität darf nicht isoliert betrachtet werden.»Zahl minderjähriger Verdächtiger steigt nach PandemieNach Angaben der Behörde hat sich die Kinder- und Jugendkriminalität in Niedersachsen nach der Corona-Pandemie verstärkt: 2022 wurden rund 29.000 Minderjährige landesweit als Tatverdächtige registriert, ein Jahr später schon rund 32.000. Mittlerweile gehen die Zahlen den Angaben zufolge leicht zurück - 2024 wurden 31.444 minderjährige Tatverdächtige erfasst, im vergangenen Jahr sank ihre Zahl auf 29.918.Besonders wichtig sind laut Studie sogenannte sozioökonomische Rahmenbedingungen: Familien in prekären Lebenslagen verfügen demnach oft nicht über genügend Zeit, Geld oder auch stabile Strukturen, um ihren Kindern Förderung, Aufsicht und strukturierte Freizeit zu ermöglichen. Fehle dies aber, könne sich die Bindung an gesellschaftliche Normen abschwächen. Steigende Inflation oder Arbeitslosigkeit verschärften die Lage weiter.Komplexes ZusammenspielImpulsivität, geringe Selbstkontrolle, Risikobereitschaft oder