Im Insolvenzverfahren der vom Signa-Gründer René Benko (48) mitbegründeten Laura Privatstiftung ist der Großteil der angemeldeten Milliardenforderungen zumindest vorerst nicht anerkannt worden. Von rund 1,7 Milliarden Euro seien beim ​Landesgericht Innsbruck nur 32,7 Millionen Euro als berechtigt eingestuft worden, teilten die Gläubigerschutzverbände KSV1870, Creditreform und AKV Europa am Montag mit. Der ‌Großteil der abgewiesenen Ansprüche entfällt auf einen Luxemburger Investor und die Mubadala-Gruppe aus Abu Dhabi.Die Forderungen des arabischen Staatsfonds Mubadala hatten die Insolvenz ausgelöst: Ein Genfer Schiedsgericht (ICC) hatte die Stiftung zuvor zur Zahlung von mehr als 900 Millionen Euro inklusive Zinsen verpflichtet, wobei der größte Brocken auf Mubadala entfällt. Als die Stiftungsvorstände entschieden, sich juristisch nicht weiter dagegen zu wehren, führte ​dies zur Überschuldung und dem Insolvenzantrag. Dass diese Forderungen nun vorerst bestritten wurden, hat dem AKV zufolge rein formale Gründe: Es ⁠fehle die ⁠österreichische Vollstreckbarkeitsbestätigung der Schweizer Schiedssprüche. Der KSV1870 rechnet jedoch mit einer späteren Anerkennung.

Das Verfahren ist komplexDas Verfahren dürfte Jahre dauern. Die Stiftung operiert nicht selbst, sondern hält ein komplexes Beteiligungsnetz an Luxusimmobilien und Start-ups. Um die Vermögenswerte zu ‌sichern, hat die Insolvenzverwaltung dem Gläubigerschutzverband Creditreform zufolge ein Prioritäten-System entworfen. Zeitkritische Bauprojekte wie ​das Berliner „Schokoladenhaus“ müssten erst mit ‌frischem Kapital abgeschlossen werden, um Wertverluste beim Verkauf zu vermeiden, erklärte der KSV1870. Zudem wolle der Masseverwalter 8 Millionen Euro an blockierten Liechtensteiner Bankguthaben abrufen.