Update vom 21. März 2026:

Cursors neues KI-Modell basiert auf dem chinesischen Open-Source-Modell Kimi K2.5. Laut Cursor-Mitarbeiter Lee Robinson stammen etwa ein Viertel des Pretrainings vom Basismodell, der Rest vom Weitertraining seitens Cursor. Entsprechend würden auch die Benchmarks anders ausfallen. Die kommerzielle Lizenz wird über den Inferenzpartner Fireworks abgedeckt.

Cursor wird allerdings dafür kritisiert, dies nicht offen kommuniziert zu haben. Die Sache fiel erst auf, als Kimi-Angestellte das Modell näher untersuchten. Cursor-Gründer Aman Sanger räumt einen Fehler ein: "Es war ein Versäumnis, die Kimi-Basis in unserem Blogbeitrag nicht von Anfang an zu erwähnen. Wir werden das beim nächsten Modell korrigieren."

Die eigentliche Frage ist: Warum die Intransparenz? Vermutlich, weil Cursor damit eingestehen würde, im Gegensatz zu Anthropic und OpenAI kein eigenes Frontier-Modell entwickeln zu können. Beide Konkurrenten investieren Milliarden in eigene Basismodelle, Cursor kann auf diesem Niveau schlicht nicht mitspielen.

Das ist per se kein Problem: Ein starkes Open-Source-Modell durch gezieltes Finetuning zu optimieren, ist gängige Praxis und oft der klügere Weg, gerade für ein Unternehmen, dessen Kernkompetenz nicht das Vortrainieren riesiger Sprachmodelle ist, sondern die Entwicklung eines Coding-Editors. Wer aber ein fremdes Basismodell unter eigener Marke verkauft, ohne die Herkunft zu nennen, riskiert genau den Vertrauensverlust, den Cursor jetzt erlebt.