Ob in Sport, Politik oder Kunst: Guter Nachwuchs muss Bestleistung bringen. Im Tanz lag die Messlatte jahrzehntelang ziemlich hoch, national wie international. In den USA gilt George Balanchines Neoklassik noch vierzig Jahre nach dessen Tod als ästhetische Benchmark, in Russland halten Traditionalisten das Szepter fest in der Hand. Europas Ballettkurs wird maßgeblich von achtzigjährigen Choreografen bestimmt, darunter Abkömmlinge des früh verstorbenen Stuttgarter Ballettchefs John Cranko – namentlich William Forsythe, Jiří Kylián, John Neumeier. Dank Pina Bauschs Tanztheater-Blüte haben die Damen das eine oder andere Plätzchen in der ersten Reihe ergattert, sind aber immer noch deutlich unterrepräsentiert. Wer die globalen Spielpläne für die kommende Saison überfliegt, stellt fest: Von hälftiger Teilung zwischen männlicher und weiblicher Konkurrenz ist der Tanzmarkt weit entfernt. Wie steht es unter diesen Umständen um den Nachwuchs?
Junge Choreografen: Ihr müsst sie nur ranlassen
Nachwuchskräfte wie Emanuele Babici oder Lucas Valente mischen die Ballettszene auf – wenn sie denn Gelegenheit dazu kriegen






