Trotz erster Belastungen durch ​den Irankrieg ist der deutsche Wohnungsbau im Aufwind. Die Zahl der Baugenehmigungen stieg im ersten Quartal (Januar bis März) um 14,6 Prozent im ‌Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 63.500 Wohnungen, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Die Zahl der Genehmigungen ist ein wichtiger Frühindikator für die künftige Bauaktivität.Experten erwarteten jedoch, dass die Dynamik nachlassen könnte: „Es ist damit zu rechnen, dass der anhaltende Konflikt im Mittleren Osten dem sich erholenden Wohnungsbau einen spürbaren Dämpfer verpassen wird“, sagte der wissenschaftliche Direktor des Instituts für ​Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Sebastian Dullien. Die gestiegenen Kraftstoffpreise und damit die höhere Inflation könnten zu höheren Zinsen führen, die den Wohnungsbau ⁠weniger bezahlbar machen. „Der ⁠Anstieg der Baugenehmigungen in Richtung Sommer dürfte deshalb zunächst gedämpfter ausfallen“, sagte Dullien.

Baugewerbe warnt vor EuphorieAuch der Zentralverband Deutsches Baugewerbe sieht ungeachtet des positiven Auftaktquartals keinen Grund zum Jubeln. „Wir warnen aber ausdrücklich davor, in Euphorie zu verfallen“, sagte ‌Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa. „Wenn wir den Bedarf im Land decken wollen, müssten mindestens ​10.000 Genehmigungen zusätzlich hereinkommen – und ‌das pro Monat.“Der krisengeplagte Wohnungsbau hatte 2025 die Trendwende geschafft: Nach drei Minusjahren in Folge stieg die Zahl der Baugenehmigungen erstmals wieder. Höhere Zinsen und Materialkosten hatten in den drei Vorjahren viele Bauherren abgeschreckt. Zuletzt stiegen die Preise für Eigentumswohnungen merklich langsamer. Die Wohnungsknappheit in den Großstädten bleibt aber ein dauerhaftes Problem, die Mieten sind immer schwerer zu finanzieren: In den vergangenen zehn Jahren legten die Wohnungsmieten in deutschen Großstädten im Schnitt um 43 Prozent zu.