PfadnavigationHomeRegionalesHamburgSchwimmenSenat präsentiert erste Entwürfe für ein Freibad in der AußenalsterStand: 14:50 UhrLesedauer: 4 MinutenSo soll das Schwimmbad in der Außenalster aussehen – hier gab es schon einmal eine BadestelleQuelle: gmp mokaHamburg träumt seit Jahrzehnten davon – jetzt werden erstmals konkrete Pläne präsentiert: Der Senat hat erste Visualisierungen für ein Naturfreibad an der Außenalster vorgestellt. Was spricht dafür, was dagegen?Ein Stück Stadtgeschichte soll zurückkehren – und zugleich ein neues Versprechen einlösen: Baden in der Außenalster. Der Senat hat am Montag gemeinsam mit Bäderland und dem Architekturbüro gmp erste Visualisierungen für eine mögliche Badestelle am Schwanenwik vorgestellt. Entstehen könnte dort ein modernes, öffentliches Naturfreibad „nach skandinavischem Vorbild“ – integriert in den See und naturnah geplant. Dass der Ort nicht zufällig gewählt ist, betont der Senat: Am Schwanenwik habe bereits 1869 eine öffentliche Badeanstalt eröffnet – sie sei im Zweiten Weltkrieg zurückgebaut worden. Nun knüpft das Projekt an diese Tradition an und soll das innerstädtische Baden wieder möglich machen. Im Zentrum des Konzepts steht ein biologisches Filtersystem, das das Wasser der Außenalster so aufbereiten soll, dass dort zuverlässig gebadet werden kann. Vorgesehen ist eine Kombination aus Schilfzonen am Ufer und ergänzender Filtertechnik im Bereich der Steganlagen. Das Ziel: Schutz von Ufer- und Naturbereichen – und gleichzeitig eine stabile Wasserqualität für den Badebetrieb. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sagte, das Büro gmp habe eine „interessante Idee“ entwickelt; erste Prüfungen hätten ergeben, dass der Entwurf mit Naturschutzanforderungen und den sonstigen Nutzungen auf der Außenalster vereinbar sei. Damit gebe es eine „realistische Perspektive“, den Auftrag der Bürgerschaft und den Wunsch vieler Bürger zu erfüllen und den historischen Ort wieder zu öffnen. Lesen Sie auchAuch Katharina Fegebank (Grüne), Zweite Bürgermeisterin und Umweltsenatorin, wirbt für das Projekt – allerdings mit einer klaren Bedingung: Entscheidend sei, dass es „für Natur und Umwelt funktioniert“ und die Wasserqualität „dauerhaft verlässlich“ gesichert werde, damit die Alster ihren Charakter behalte. Gelinge das, sei es ein Gewinn – und „ein erster Schritt hin zu weiteren öffentlichen Badestellen in der Stadt“. Drei Becken, Hügelblick, Gastronomie: Was die Entwürfe zeigen Die Visualisierungen sehen ein unbeheiztes Schwimmbecken sowie zwei separate Kinderbecken vor. Die Einbindung in die Landschaft soll zurückhaltend erfolgen, um die Schwanenwikwiese als Treffpunkt zu erhalten. Ein begehbarer Hügel im nordöstlichen Bereich ist als zusätzlicher Aufenthaltsort gedacht – inklusive weitem Blick über die Außenalster. In diesem Bereich könnte nach den Plänen auch die Infrastruktur untergebracht werden: Umkleiden, Duschen, Sanitäranlagen – und ein gastronomisches Angebot. Darüber hinaus soll der Ort nicht nur während der Badesaison funktionieren, sondern ganzjährig als Anlaufpunkt attraktiv sein; als Beispiele nennt der Senat vergleichbare Möglichkeiten etwa in Kopenhagen und Oslo.Bäderland-Geschäftsführerin Susan Zetzmann versucht zugleich, mögliche Vorbehalte zu entkräften: Das Naturbad solle „bewusst kein Edeltempel“ werden, sondern offen, einladend und mit hoher Aufenthaltsqualität.Wie „leicht“ sich das Projekt baulich in die Umgebung einfügen soll, beschreibt gmp-Partnerin Magdalena Weiss: Die Schilfzone am Ufer solle bestehen bleiben; unter dem Becken sei ein geschützter Raum für Fische vorgesehen. Geplant ist eine Konstruktion aus Holz und Stahl, die rückbaubar wäre. Das Filtersystem solle mit Solarenergie betrieben werden; das Bad sei bewusst unbeheizt. Oberbaudirektor Franz-Josef Höing lobte den Ansatz beinahe überschwänglich: „Einfach großartig!“, gerade weil sich das Projekt so respektvoll in den Landschaftsraum einfüge. Olympia als Beschleuniger Sportsenator Andy Grote (SPD) stellt die Badestelle ausdrücklich in den Kontext der Olympia-Bewerbung. Das Projekt zeige, so Grote, „Olympia bringt die Dinge in Bewegung und schafft nachhaltige Mehrwerte“. Die Alster spiele als Austragungsort von Eröffnungsfeier und Wettkämpfen eine zentrale Rolle im Bewerbungskonzept – ebenso wie das Ziel, dass alle Hamburger Kinder sicher schwimmen können. Beides solle am Schwanenwik zusammengeführt werden: Dann könnten sogar Kinder in der Alster schwimmen lernen. Zugleich deutet der Senator an, wie zäh das Thema in Hamburg lange war: Nach „vielen Jahren der Diskussion“ über ein Schwimmbad in der Alster gehe man nun „den entscheidenden Schritt weiter“ – und nehme das Projekt mit einem „realistischen Konzept“ konkret in Angriff. Tatsächlich gab es immer mal wieder Vorstöße in diese Richtung, etwa im Jahr 2007 unter dem damaligen Bürgermeister Ole von Beust (CDU), der eine Art Schwimmbecken in die Alster einlassen wollte; Vorbilder dafür gab es in Berlin mit einem Spree-Bad.Noch offen: Machbarkeit, Betrieb, Finanzierung Der Senat betont, dass jetzt erst die Detail- und Machbarkeitsplanungen beginnen. Vertieft werden sollen Fragen der Wasseraufbereitung, des Naturschutzes, der Sicherheit, des Betriebs – und der Finanzierung. In dieser Phase müssten auch die Belange anderer Nutzer der Außenalster integriert werden, darunter die Weiße Flotte der Alsterdampfer und die Interessen der Wassersportler. Parallel prüfen Bäderland und die zuständigen Behörden weitere Bade-Standorte im gesamten Stadtgebiet. Genannt werden naheliegende Stadtentwicklungsgebiete wie der Harburger Binnenhafen oder der Billebogen; grundsätzlich sollen alle in Frage kommenden Wasserflächen ermittelt und geeignete Konzepte evaluiert werden.jlau
Schwimmen: Senat präsentiert erste Entwürfe für ein Freibad in der Außenalster - WELT
Hamburg träumt seit Jahrzehnten davon – jetzt werden erstmals konkrete Pläne präsentiert: Der Senat hat erste Visualisierungen für ein Naturfreibad an der Außenalster vorgestellt. Was spricht dafür, was dagegen?







