Teurer Tanken : Tankstellen umgehen Zwölf-Uhr-Regel – keine Strafen18.05.2026, 14:56Lesezeit: 2 Min.Seit dem 1. April dürften Tankstellen nur noch um zwölf Uhr die Spritpreise anheben – eigentlich. In der Praxis scheinen sich aber nicht alle daran zu halten.Fast jede fünfte Tankstelle in Sachsen hat nach einer aktuellen Auswertung seit ihrer Einführung gegen die Zwölf-Uhr-Regel verstoßen. Demnach erhöhten 110 von 589 Tankstellen bis zum Stichtag 11. Mai insgesamt 461-mal zu unerlaubten Zeiten die Preise. Dies berichteten die „Sächsische Zeitung“ und die „Leipziger Volkszeitung“. Der Verbraucherdienst „Mehr-Tanken“, der zum Medienhaus Motor Presse Stuttgart gehört, hatte die Daten ausgewertet und bestätigte die Zahlen.Verstöße werden bislang nicht geahndet Exakt betrug die Quote der Verstöße 18,7 Prozent, hieß es. Mit diesem Anteil liege Sachsen im Mittelfeld der Länder. Am höchsten war die Quote laut Auswertung in Bayern mit 25,6 Prozent, am niedrigsten in Berlin mit 8,2 Prozent. „Solche Verstöße werden derzeit zwar genau registriert, aber nicht geahndet“, berichteten die beiden Zeitungen aus Dresden und Leipzig weiter: „Der Freistaat hat noch nicht einmal geklärt, welche Behörde sich um die Strafe kümmern soll.“Die Zwölf-Uhr-Regel gilt seit dem 1. April und schreibt vor, dass Tankstellen nur einmal am Tag – um zwölf Uhr mittags – die Preise anheben dürfen. Senkungen sind dagegen immer möglich. Die Vorgabe wurde eingeführt, nachdem der Irankrieg zu stark steigenden Spritpreisen geführt hatte. Die Regelung soll Kunden mehr Orientierung geben.Tankstellenbetreiber weisen Vorwürfe zurückNach den Zeitungsberichten wollen sich die Tankstellenbetreiber nichts vorwerfen lassen. „Wir haben zunächst Hinweise, dass wir mit den Auswirkungen eines schlecht gemachten Gesetzes konfrontiert sind, nicht mit bewussten Regelverstößen“, wird Daniel Kaddik, Chef des Bundesverbandes Freier Tankstellen, zitiert.Änderungen würden über Kassensysteme laufen, müssten anschließend von Automaten, Preismasten und Zapfsäulen verarbeitet werden, bevor die Daten ans Kartellamt gingen. Schon langsame Leitungen oder laufende Tankvorgänge könnten dazu führen, dass eine Preisänderung erst verzögert übermittelt werde.
Tankstellen umgehen Zwölf-Uhr-Regel – keine Strafen
Seit dem 1. April dürften Tankstellen nur noch um zwölf Uhr die Spritpreise anheben – eigentlich. In der Praxis scheinen sich aber nicht alle daran zu halten.












