Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank raten den Aktionären der Bank, ihre Papiere nicht gegen Anteilsscheine der italienischen UniCredit einzutauschen. UniCredit biete den Aktionären keinen angemessenen Aufschlag auf den Aktienkurs und habe „keinen nachvollziehbaren und belastbaren strategischen Plan für einen Zusammenschluss vorgelegt“, bekräftigte die Commerzbank am Montag ihre Ablehnung in der offiziellen Stellungnahme, die sie zu der vor knapp zwei Wochen vorgelegten Offerte abgeben muss. Beide Gremien seien der Überzeugung, dass die Commerzbank mit ihrer eigenen Strategie mehr Wert schaffen könne.„Was die UniCredit als Zusammenschluss bezeichnet, erweist sich als Restrukturierungsvorschlag, der massiv in unser bewährtes und profitables Geschäftsmodell eingreifen würde“, sagte Vorstandschefin Bettina Orlopp (55). Die strategischen Pläne von UniCredit seien vage. Aufsichtsratschef Jens Weidmann (58) pflichtete Orlopp bei: „Die unausgereiften Vorstellungen der UniCredit bergen erhebliche Risiken und gefährden die auf Vertrauen und Verlässlichkeit aufgebauten Kundenbeziehungen der Commerzbank ebenso wie die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“
Die UniCredit aus Mailand hatte Anfang Mai ein freiwilliges Angebot für sämtliche Commerzbank-Anteile vorgelegt. Sie bietet für jede Commerzbank-Aktie 0,485 neue UniCredit-Aktien. So will die UniCredit bis zum 16. Juni weitere Aktien einsammeln, ohne ein Pflichtangebot vorlegen zu müssen, was deutlich teurer wäre. Die Offerte kann bis 3. Juli verlängert werden.Das Übernahmeangebot habe auch am Freitag mit rechnerisch 34,56 Euro unter dem Kurs der Commerzbank-Aktie von 36,48 Euro gelegen. Der Mittelwert der Kursziele von Analysten liege sogar bei 41,50 Euro. Das Angebot orientiere sich nur an der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestgegenleistung und sei „ein opportunistischer Versuch, Kontrolle zu erwerben“.










