PfadnavigationHomeSportFußballArtikeltyp:MeinungNominierung des WM-KadersNagelsmann muss jetzt das Land mitreißen – die Voraussetzungen dafür sind idealVon Henning FeindtStand: 09:50 UhrLesedauer: 2 MinutenFür Julian Nagelsmann wird das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko die erste WeltmeisterschaftQuelle: Arne Dedert/dpaAm Donnerstag nominiert Julian Nagelsmann den WM-Kader. Dann muss der Bundestrainer endlich das Wir-Gefühl erzeugen, das bisher fehlt. Dabei lechzt Deutschland geradezu nach einer anderen Grundstimmung.Wer am Samstagabend wachgeblieben ist, um im ZDF-„Sportstudio“ Antworten auf die großen WM-Fragen von Julian Nagelsmann zu bekommen, wurde bitter enttäuscht. Keine Aussage des 38-Jährigen zur Torwart-Situation um Manuel Neuer und Oliver Baumann, keine Personal-News, keine starke Botschaft. Am Ende ist fast nichts hängengeblieben. Das muss sich am Donnerstag um 13 Uhr bei der Kader-Nominierung komplett verändern. Der Bundestrainer muss jetzt das Land mitreißen.Nagelsmann muss Antworten auf alle offenen Personalfragen liefern und seine Entscheidungen so begründen, dass man sie verstehen kann. Es geht darum, endlich ein Wir-Gefühl zu erzeugen, damit man positiv in Richtung WM blicken kann – was bisher nicht der Fall ist.Die Voraussetzungen dafür sind eigentlich ideal: In Zeiten von wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Dauerkrisen lechzt das Land nach einer anderen Grundstimmung und hoffnungsvollen Nachrichten.Der Fußball kann das sofort erzeugen – wenn die Mannschaft wirklich als Einheit auftritt. Dafür ist Nagelsmann verantwortlich, der zuletzt unnötig gegen eigene Spieler wie Undav geschossen hat, was seine Mitspieler genau registriert haben. Das Wir-Gefühl muss er in der Kabine erzeugen und auch vorleben. Nur so überträgt es sich nach außen.Ein großer Sieg im Achtelfinale würde schon ausreichenWas Nagelsmann in die Karten spielt: Die Erwartungshaltung ist nach zwei Blamagen bei den letzten Weltmeisterschaften (jeweils Vorrunden-Aus 2018 in Russland und 2022 in Katar) gefühlt so niedrig wie noch nie. Platz eins in der Gruppe gegen Curacao, die Elfenbeinküste und Ecuador, dann einmal im Sechzehntelfinale aufdrehen und dann ein großer Sieg im Achtelfinale (wahrscheinlich gegen Frankreich oder Brasilien) – das würde schon ausreichen, um alle glücklich zu machen.Lesen Sie auchDie beste Nachricht: Die Mannschaft hat die Qualität, das zu schaffen, wenn sie in den richtigen WM-Flow kommt. Also, Julian: Reiß Deutschland mit und die Fans stehen hinter euch. Am 2. Juni geht’s in die USA.Der Artikel wurde für das Sport-Kompetenzcenter (WELT, „Sport Bild“, „Bild“) verfasst und zuerst in „Bild“ veröffentlicht.