Peaky Blinders: The Immortal Man (2026, Tom Harper)
auf NetflixLange keinen Film mehr gesehen, der so sehr über seinen Soundtrack lebt. Die Netflix-Spielfilm-Fortsetzung zum modernen britischen Serienklassiker verschwindet fast in seiner Musicvideo-Ästhetik: Slowmo, Explosionen, Gitarrendonner. Aber dank mehrerer von Fontaines D.C.s Grian Chatten eingesungener und geschriebener Lieder eben dennoch mit mehr Wucht, als diese Herangehensweise haben dürfte.Die Story bleibt dagegen dünn, mäandert vor allem anfangs doch recht vor sich hin bis Cilian Murphy als Tommy Shelby endlich aus der selbstgewählten Immigration heraustritt, um den Vater-Sohn-Konflikt mit Barry Keoghan als Duke Shelby vor dem Backdrop einer großen Nazi-Intrige auf die Straße zu tragen. Mächtige Bilder, noch stärkerer Sound – doch die beabsichtigte emotionalen Treffer landet „The Immortal Man“ letztlich nicht. (6/10)Rose (Markus Schleinzer)
im Kino frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen>Hier wurde ein eingebetteter Medieninhalt blockiert. Beim Laden oder Abspielen wird eine Verbindung zu den Servern des Anbieters hergestellt. Dabei können dem Anbieter personenbezogene Daten mitgeteilt werden.Am Ende des Dreßigjährigen Krieges. Rose versucht sich eine Erbschaft zu erschleichen, will sich niederlassen, sich etwas aufbauen. Der einzige Weg dazu: ein Mann sein. Also ist Rose ein Mann, als sie in das kleine Dörfchen kommt, um in der Rolle des gefallenen Kameraden eine Erbschaft zu beantragen. Nach erster Skepsis überzeugt Rose durch harte Arbeit, gut bestellte Felder und einen Kampf gegen einen Bären. Sie wird zu einem der starken Männer des Dorfes. Doch dann kommt die Gier. Rose will mehr. Mehr Länder, mehr Auskommen, mehr Leben. Sie stimmt zu, sich zu diesem Zwecke mit der Tochter eines anderen Grundbesitzers zu verheiraten. Doch nun? Die Ehe muss vollzogen werden, der Nachwuchs muss sprießen.Markus Schleinzer inszeniert diese von wahrer Historie inspirierte Trans-Köpenickiade in strengem Schwarz-Weiß und so naturalistisch, dass beim Zusehen der Feldarbeit schon Schwielen an den Händen entstehen. Sandra Hüller brilliert in der Hauptrolle, gerade weil sie die falsche Männlichkeit gar nicht ausstellt, sondern in die Introspektive arbeitet, ins Schweigen. Ebenso stark ist Caro Braun als Ehefrau, die zunächst kindliche Naivität versprüht, aber mit jeder weiteren Minute andeutet, dass doch mehr Eigenwille und Sturheit in ihr steckt als Zuschauer – und Dorfbewohner – vermuten. Unerwartet erzeugt Schleinzer immer wieder Momente des Humors in all der Tragik und weckt manchmal Erinnerungen an Herzogs 70er-Jahre-Filme circa „Kaspar Hauser.Ein starker Film, dem sowohl das Einleben in das Damals gelingt als auch über seine Geschichte deutlich genug politische Signale an das Jetzt sendet, vom glass ceiling des weiblichen Aufstiegskampfes bis zu Diskussionen über die Binarität von Geschlechtern. Das alles in knackigen 90 Minuten erzählt, in einem großen Bogen von Beginn bis Ende. (7/10)Crime 101 (2026, Bart Layton)






