Trump droht Iran erneut mit Vernichtung: «Es wird nichts übrigbleiben»Nach dem Gipfeltreffen mit Xi Jinping in China prüft der US-Präsident erneut seine militärischen Optionen im Konflikt mit Teheran. Die Uhr ticke schnell für Iran, warnte er am Sonntag. Neue Luftangriffe würden das Land noch «viel härter treffen».18.05.2026, 05.28 Uhr3 LeseminutenAm Sonntag telefonierte Trump mit Netanyahu: Planen sie den nächsten Angriff auf Iran?Jonathan Ernst / REUTERSSeit über einem Monat herrscht eine brüchige Waffenruhe zwischen den USA und Iran. Doch die Strasse von Hormuz bleibt weiterhin geschlossen. Und das letzte iranische Angebot für eine Konfliktlösung bezeichnete der amerikanische Präsident Donald Trump als «völlig inakzeptabel».Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Nach seiner Rückkehr aus China versucht Trump nun den Druck auf Teheran erneut zu erhöhen. Auf Truth Social schrieb er am Sonntag: «Die Uhr tickt schnell für Iran. Sie sollten sich besser beeilen oder es wird nichts von ihnen übrigbleiben.» Die scharfe Wortwahl erinnert an Trumps Ultimatum im April. Damals drohte er damit, die ganze iranische Zivilisation auszulöschen, sollte Teheran nicht auf die Forderungen der USA eingehen. Doch kurz darauf machte der amerikanische Präsident einen Rückzieher und stimmte einer Waffenruhe zu.Telefonat mit NetanyahuOb Trump nun tatsächlich bereit ist, den Konflikt erneut militärisch zu eskalieren, muss sich zeigen. Gemäss Barak Ravid, dem meist gut informierten Nahost-Reporter der Nachrichtenplattform «Axios», diskutierte Trump aber bereits am Samstag die Lage in Iran mit Vizepräsident Vance, seinem Sondergesandten Steve Witkoff, Aussenminister Marco Rubio und CIA-Direktor John Ratcliffe. Am Dienstag soll sich der amerikanische Präsident erneut mit seinen wichtigsten Beratern im «Situation Room» im Weissen Haus über Iran unterhalten wollen.Am Sonntag telefonierte Trump zudem mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu. Gemäss israelischen Medien besprachen sie Trumps Besuch in China und eine neue militärische Operation gegen Iran. Netanyahu soll sich nach dem Anruf mit seinem Sicherheitskabinett getroffen haben.Wenn die Iraner kein besseres Angebot machten, würden neue Angriffe sie noch «viel härter treffen» als zuvor, sagte Trump in einem Telefoninterview mit Ravid am Sonntag. Teheran fordert von Washington unter anderem Reparationszahlungen, ein Ende der Sanktionen, und es möchte die souveräne Kontrolle über die Strasse von Hormuz behalten. Washington hingegen besteht auf freier Schifffahrt durch die Meerenge von Hormuz, fordert von Teheran die Herausgabe seines hochangereicherten Urans und verlangt zumindest einen temporären Verzicht auf die Urananreicherung.Trotz einer seit Wochen anhaltenden Seeblockade der USA hat das islamistische Regime bisher aber keinerlei Willen zu Konzessionen gezeigt. Momentan fühlt sich Teheran in einer Position der Stärke und ist überzeugt, dass die Uhr für Trump schneller tickt. Im April ist die Inflation in den USA auf 3,8 Prozent angestiegen, die Umfragewerte des amerikanischen Präsidenten sind im Keller, und in wenigen Monaten sind Zwischenwahlen.Drohnenangriff auf Emirate und SaudiarabienWomöglich als ein Warnsignal drangen am Sonntag drei Drohnen in den Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate ein. Eine davon führte ausserhalb des Atomkraftwerks Barakah zu einem Feuer. Die Emirate machten Iran oder einer ihrer ausländischen Milizen für den Angriff verantwortlich. Saudiarabien fing am Sonntag seinerseits drei Drohnen ab, die von Irak her in seinen Luftraum flogen. Teheran dürfte damit signalisieren, dass seine Streitkräfte bei neuen amerikanisch-israelischen Angriffen die Energieinfrastruktur in den arabischen Golfstaaten ebenfalls wieder ins Visier nehmen werden.Gemäss den amerikanischen Geheimdiensten sind die Mehrheit der iranischen Raketenstellungen und grosse Teile seines Raketenarsenals noch immer funktionsfähig und intakt. Bei einer erneuten militärischen Eskalation dürfte Iran deshalb nach wie vor in der Lage sein, grosse Schäden in den arabischen Golfstaaten anzurichten – mit womöglich verheerenden Folgen für die globale Energieversorgung.Ohne eine weitere Eskalation dürfte das iranische Regime aber kaum schnelle Zugeständnisse machen, und es dürfte die Kontrolle über die Strasse von Hormuz behalten. Für Trump und die ganze amerikanische Regierung wäre dies eine kaum zu akzeptierende Niederlage. Republikanische Falken wie Senator Lindsey Graham fordern deshalb eine Rückkehr zu militärischer Gewalt, koste es, was es wolle. In einem Fernsehinterview am Sonntag meinte er: «Was hatte Churchill gesagt? Wir werden jeden Preis bezahlen, um Hitler zu schlagen. Das gleiche gilt für Iran.»Die gute Nachricht sei, dass Iran schon ziemlich geschwächt sei. «Wenn wir zurück zu militärischen Angriffen gehen und sie weiter schwächen, können wir das Ding ziemlich bald beenden.» Allerdings hatte Trump bereits im Februar mit einem schnellen Erfolg gerechnet, als er den Krieg begann. Diese optimistischen Erwartungen haben sich dann jedoch nicht bewahrheitet.Passend zum Artikel
Trump droht Iran erneut mit Vernichtung
Nach dem Gipfeltreffen mit Xi Jinping in China prüft der US-Präsident erneut seine militärischen Optionen im Konflikt mit Teheran. Die Uhr ticke schnell für Iran, warnte er am Sonntag. Neue Luftangriffe würden das Land noch «viel härter treffen».








