SciFi-Oper „Orlando“ von Olga Neuwirth: Nur der Boxsack ist analog

„Orlando“ zwischen Glitch und Videografie: An der Komischen Oper Berlin wird ein Werk von Olga Neuwirth mit hybridem technischem Klimbim inszeniert.

Eisern Union mit Queen Elizabeth I. Szene aus „Orlando“ in der Komischen Oper Berlin

Jan Windszus

Genitalien-behangene Tanzende verschmelzen rhythmisch pulsierend auf der Bühne des Schillertheaters. Auf hybridem Klangteppich aus Synthesizer und barockem Choral erwacht der Titelheld aus dem Todesschlaf. Ein beherzter Blick unter den Rock, ein Stimmbruch anderer Art: Mezzosopran hellt auf, Orlando ist Frau geworden. Komponistin Olga Neuwirth setzt in ihrer Orlando einen schrill schillernden, bewusst irritierenden Ton: fluide Identität. Tonalität changiert, Epochen kollidieren, Kategorien lösen sich auf.