PfadnavigationHomePanoramaEin Mann leicht verletzt„Das Gehege muss weg“ – Polizei erschießt bei Leipzig entlaufenen TigerStand: 17:05 UhrLesedauer: 2 MinutenEin Tiger im Bangladesh National Zoo (Symbolbild)Quelle: AFP/MUNIR UZ ZAMANEin Tiger ist aus einer privaten Leipziger Anlage entflohen – und hat einen Mann leicht verletzt. Die Polizei hat die Raubkatze erschossen. Die Besitzerin ist offenbar eine Tiger-Dompteurin, die in einem Gewerbegebiet weitere Großkatzen hält. Nun werden Rufe nach Konsequenzen laut.Die Polizei hat am Nachmittag bei Leipzig einen entlaufenen Tiger erschossen. Das Tier war aus einer privaten Anlage entkommen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Ein Mann sei leicht verletzt worden.Der 73-Jährige habe sich in dem Gehege aufgehalten, als das Tier entkommen sei. Es handelte sich um eine Art Helfer, der sich „berechtigt“ in der Anlage aufgehalten habe. Der Mann wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.„Für die Bevölkerung besteht keine Gefahr mehr“, sagte die Polizeisprecherin. Der Tiger sei in einer Gartenanlage erlegt worden. Wie dem Tier der Ausbruch gelungen sei, sei noch unklar. Das Tier sei in einer privaten Anlage in Schkeuditz Leipzig gehalten worden. Schwer bewaffnete Polizisten vor OrtDie Polizei war mit zahlreichen, teilweise schwer bewaffneten Kräften vor Ort. Da es sich um einen ausgewachsenen Tiger gehandelt habe, seien auch Langwaffen im Einsatz gewesen, sagte die Sprecherin. Weitere Tiere seien nicht entkommen. Ob sich auch noch Ermittlungen wegen einer Straftat ergeben, war zunächst offen. In Schkeuditz hält eine Tiger-Dompteurin in einem Gewerbegebiet Großkatzen. Weitere Tiere seien nicht frei. Die Polizei wolle das Gelände mit einer Drohne überfliegen. Damit solle geklärt werden, dass auch wirklich keine weiteren Tiere frei herumlaufen.Lesen Sie auchNach Medienberichten hatte es gegen die Dompteurin aus Leipzig in der Vergangenheit immer wieder Vorwürfe wegen der Tiger-Haltung gegeben. Acht Tiere sollen dort noch leben. Die Dompteurin reagierte zunächst nicht auf eine dpa-Anfrage.Lesen Sie auchDer Dölziger Ortsvorsteher Thomas Druskat forderte nach dem Vorfall Konsequenzen. „Das Gehege muss weg“, zitierte ihn die „Leipziger Volkszeitung“. „Man darf gar nicht daran denken, wenn auch noch andere Menschen zu Schaden gekommen wären.“ Er forderte, die Tiere in eine andere Haltungsform zu überführen.2016 gab es einen Löwen-Ausbruch im Leipziger Zoo Der Ausbruch weckte Erinnerung an einen anderen dramatischen Fall vor zehn Jahren in Leipzig. Im September 2016 brachen im städtischen Zoo zwei Löwen aus ihrem Gehege aus. Sie übersprangen einen Wassergraben, möglicherweise durchschwammen sie ihn auch – das blieb unklar, weil niemand den Ausbruch beobachtete. Ein Tier konnte zurückgedrängt werden, das andere wurde erschossen. Danach wurde der Wassergraben am Löwengehege des Zoos Leipzig deutlich verbreitert.dpa/doli/saha