Erinnern an queere Schicksale: Rote Lippen auf weißem Stein

Zwei Gedenkveranstaltungen auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof zeigen, wie queere Erinnerungskultur in Berlin lebendig bleibt.

Am Ende der Eröffnungsfeier der neuen LSBTI*-Gedenkstätte zieren den „Kissing Stone“ aus Kalkstein bereits einige Münder

Pauline Cruse

Musik wird an diesem Tag eine große Rolle spielen. Es hallt in der kleinen Friedhofskapelle auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof, als ein Geigenspieler die Anwesenden mit dem ersten vieler Lieder begrüßt. Der 17. Mai ist der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie. Heute wird der Schöneberger Friedhof, ohnehin als Künstler- und Queer-Friedhof bekannt, Schauplatz zweier Erinnerungsveranstaltungen: Erst weiht die Schwulenberatung Berlin ihre neue LSBTI*-Grabstätte am Rand des Friedhofs ein, wenig später folgt das 15. Berliner Aids Candlelight Memorial. Es sind zwei Bausteine einer lebendigen und kämpferischen Erinnerungskultur.