PfadnavigationHomePolitikDeutschlandNach gescheiterter Walrettung„Geltungssüchtige Profilierung“, kritisieren Grüne – Schaulustige schießen Selfies mit KadaverStand: 15:31 UhrLesedauer: 2 MinutenTierärztin Anne Herrschaft steht am Ufer unweit vom toten Buckelwal, der vor der dänischen Insel Anholt liegtQuelle: Marcus Golejewski/dpaDer vom Boulevard als „Timmy“ getaufte Buckelwal ist tot, doch die Debatte geht weiter. Deutliche Kritik üben die Grünen am Krisenmanagement des zuständigen Ministers Backhaus. Unterdessen ignorieren Badegäste alle Warnungen – und fotografieren sich auf dem Kadaver.Nach dem Tod des Buckelwals, der mehrfach an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns gestrandet war, kommt Kritik aus der Grünen-Landtagsfraktion an Umweltminister Till Backhaus (SPD). Der stellvertretende Vorsitzende und umweltpolitische Sprecher, Harald Terpe, warf Backhaus vor, die Verantwortung für die getroffenen Entscheidungen auf sein Haus und seine Mitarbeiter, abzuschieben. „Gleichzeitig bemüht er vordergründig die öffentliche Stimmungslage, um sein Vorgehen zu rechtfertigen. Schneid sieht anders aus“, so Terpe.„Von einem Minister, der für Umwelt-, Tier- und Klimaschutz zuständig ist, müssen wir erwarten dürfen, dass verantwortungsvolle Entscheidungen auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse getroffen werden“, betonte der Abgeordnete. „Und nicht im Spannungsfeld zwischen öffentlichem Druck und medienwirksamer, geltungssüchtiger Profilierung oder persönlicher Inszenierung einzelner Akteur*innen und Personengruppen.“Terpe: Keine Bewegung beim MeeresschutzNach Terpes Überzeugung weist das Schicksal des Buckelwals weit über den Einzelfall hinaus. „Die Ozeane und Meere, auch unsere Ostsee, stehen massiv unter Druck. Wenn Wale stranden oder sich verirren, ist das auch Ausdruck menschengemachter Störungen der marinen Ökosysteme.“ Lesen Sie auchEr warf Backhaus vor, hier zu blockieren. Nötig seien wirksame Schutzgebiete, weniger Nährstoffeinträge und ein Stellnetzverbot in Schutzgebieten, um besonders die bedrohten Schweinswale besser zu schützen. „Doch genau bei diesen konsequenten Schutzmaßnahmen bewegt sich Herr Backhaus seit Jahren und auch aktuell nicht“, kritisierte Terpe.Er verwies auf die vergangene Sitzungswoche des Landtags, in der ein Antrag der Grünen, „Ostsee als Lebensraum erhalten und stärken – Meerestiere schützen“, abgelehnt wurde.Lesen Sie auchAm Samstag wurde anhand der Gerätenummer des GPS-Trackers, der an dem aus der Wismarer Bucht weggeschleppten Buckelwal angebracht worden war, bestätigt, dass es sich um dasselbe Tier handelt. Der Kadaver war an der dänischen Insel Anholt angeschwemmt worden.Wie die „Bild“ berichtet, zieht das nunmehr tote Tier nach wie vor Schaulustige an. So zeigen Aufnahmen, wie sich Badegäste auf den Kadaver des Buckelwals stellen, um Fotos mit diesem zu schießen. Experten warnen laut der Boulevardzeitung davor, sich dem Wal zu nähern, da er Krankheiten übertragen oder wegen Verwesungsgasen explodieren könnte.Lesen Sie auchHelfer hatten sich seit März bemüht, den Wal in tieferes Wasser zu bringen. Eine private Initiative schleppte ihn schließlich mit einer Barge bis in die Nordsee. Experten hatten gewarnt, das kranke und geschwächte Tier würde bei einer Freisetzung vermutlich ertrinken.doli mit dpa
Nach gescheiterter Walrettung: „Geltungssüchtige Profilierung“, kritisieren Grüne – Schaulustige schießen Selfies mit Kadaver - WELT
Der vom Boulevard als „Timmy“ getaufte Buckelwal ist tot, doch die Debatte geht weiter. Deutliche Kritik üben die Grünen am Krisenmanagement des zuständigen Ministers Backhaus. Unterdessen ignorieren Badegäste alle Warnungen – und fotografieren sich auf dem Kadaver.











