Öffentliche Kommentare zur AfD bergen für Unternehmen ein gewisses Risiko – erst recht, wenn sie von Konsumenten abhängig sind. Immerhin kommt die Partei in Umfragen aktuell auf 29 Prozent. Bahlsen-Chef Alexander Kühnen grenzt sich dennoch von der AfD ab. Mit Blick auf die Wertvorstellungen des Keksherstellers sagte Kühnen in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa: »Wenn ich mir anschaue, welche Parteien diese Werte vertreten, dann sind das die demokratischen Parteien.« Es gäbe klare Grenzen. Positionen wie »Remigration« seien für Bahlsen nicht akzeptabel.

Der Manager begründete seine Haltung auch wirtschaftlich. »Wir brauchen Fachkräfte, wir brauchen offenen Handel in Europa, wir brauchen stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen«, sagte Kühnen. »Vor diesem Hintergrund ist die AfD für mich keine Alternative – weder unternehmerisch noch persönlich.«Abschottende Vorstellungen passten nicht zum Familienunternehmen aus Hannover, begründete Kühnen seine Haltung. »Wenn ich national denke und glaube, dass hier nur bestimmte Nationalitäten arbeiten sollten, dann passt das nicht zu uns.« Die meisten Programmpunkte der AfD seien mit Bahlsens Überzeugungen nicht vereinbar.

»Als Wirtschaftslenker tragen wir Verantwortung«Kühnen appellierte an Unternehmen, Haltung zu zeigen. »Ich glaube sehr stark an die Demokratie und daran, dass wir eine Verantwortung haben, sie zu verteidigen«, sagte er. »Als Wirtschaftslenker tragen wir Verantwortung – und zwar eine große.« Er wünsche sich, dass Menschen in solchen Positionen ihre Möglichkeiten stärker nutzen – »für einen guten Zweck«. Dazu gehöre für ihn auch der Schutz der Demokratie.