Diesel ist zum ersten Mal seit Anfang März wieder billiger als die günstigste gängige Benzinsorte E10. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt kostete ein Liter Diesel laut ADAC am Samstag 1,990 Euro, ein Liter E10 1,994 Euro. Diesel verbilligte sich dabei um 0,9 Cent im Vergleich zu Freitag, der Preis für E10 blieb unverändert.Noch Anfang April – zur Zeit der Höchststände bei den Spritpreisen – war Diesel zwischenzeitlich mehr als 25 Cent teurer als E10, obwohl der Kraftstoff niedriger besteuert wird. Seither ist Diesel aber um gut 45 Cent pro Liter billiger geworden. Super E10 verbilligte sich dagegen nur um knapp 20 Cent.Seit Mai gilt für zwei Monate eine günstigere Energiesteuer auf Kraftstoffe, häufig „Tankrabatt“ genannt. Er soll Sprit um knapp 17 Cent pro Liter verbilligen, Schätzungen zufolge könnte ein durchschnittlicher Autofahrer über den ganzen Zeitraum 30 Euro sparen.Erste Auswertungen zeigen: Die Mineralölunternehmen haben die Steuersenkung zumindest in der ersten Maiwoche weitgehend an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergeben. Das hat unter anderem die Monopolkommission festgestellt, die die Bundesregierung berät. Der „Tankrabatt“ spielt also bei der Verbilligung eine Rolle, hat den Preisabstand von Diesel und E10 aber nicht direkt verändert. Ein Effekt könnte auch sein, dass während der Frühlings- und Sommermonate die Nachfrage nach Superbenzin häufig ansteigt, entsprechen erhöhen Tankstellen die Preise.Speditionen, Handwerker: Betriebe nutzen DieselDiesel gilt als anfällig für krisenbedingte Preisausschläge. Das liegt auch daran, dass Deutschland bei Diesel stärker auf Importe angewiesen ist als bei Benzin, das in heimischen Raffinerien hergestellt wird. Ein wesentlicher Teil des importierten Diesels stammt aus der Region der Straße von Hormus, die wegen des Iran-Kriegs für Tankschiffe nicht mehr passierbar ist. Zumindest in der vergangenen Woche war Öl an den Börsen aber wieder etwas günstiger, auch das hat Auswirkungen auf die Spritpreise.Zu Beginn des Ukraine-Kriegs wurde Diesel ebenfalls sehr viel schneller verteuert als Benzin und kostete monatelang mehr. Im langjährigen Schnitt vor 2022 war Diesel mehr als 15 Cent billiger als E10. Auf dieses Niveau ist der Abstand seither nicht mehr über längere Zeit gestiegen – möglicherweise, weil bis 2022 auch viel relativ günstiger Diesel aus Russland importiert wurde. In den Jahren 2024 und 2025 war Diesel im Schnitt etwas mehr als acht Cent billiger als E10.Grundsätzlich wird in Deutschland deutlich mehr Diesel als E10 verbraucht, weil die große Mehrheit aller Lastwagen mit dem Kraftstoff betrieben wird. Nicht nur Speditionen, auch der Großteil des betrieblichen Verkehrs nutzt Diesel – etwa Handwerksbetriebe, Bauunternehmen, die Landwirtschaft oder kommunale Unternehmen. Denn wer viel fahren muss, profitiert von dem normalerweise günstigeren Kraftstoff und dem geringeren Verbrauch der Fahrzeuge.Privatpersonen nutzen hingegen häufiger Autos mit Benzinmotor. Die beiden wichtigsten Superbenzinsorten sind E5 und E10. Letzteres zeichnet sich durch einen höheren Anteil an Biosprit aus und war zuletzt meist sechs Cent billiger als E5. Dennoch wird E5 häufiger getankt – obwohl die allermeisten Autos das günstigere E10 vertragen.
ADAC-Auswertung: Diesel wieder billiger als Super
In Krisen steigt der Dieselpreis oft besonders stark. Kurz nach Beginn des Iran-Kriegs lag er mehr als 25 Cent über dem Preis von E10.








