Mönchengladbach (dpa) - Nach seinem emotionalen Comeback hielt Tim Kleindienst ein Plädoyer für seinen angeschlagenen Trainer Eugen Polanski. „Eugen ist ein Super-Typ“, sagte Kleindienst. „Er hat genau das geschafft, wofür er hergeholt wurde: Er sollte die Klasse halten.“ Der Stürmer ergänzte: „Ich glaube, es steht ihm dann auch zu, dass er in der nächsten Saison die Zeit hat, von Vorbereitungsstart an eine Mannschaft zu formen, die er sich vorstellt.“ Doch genau das ist fraglich.Auch nach dem fulminanten 4:0 zum Saisonabschluss gegen die TSG Hoffenheim gab es von Sportchef Rouven Schröder nämlich - wie erwartet - keine Jobgarantie für den 40-Jährigen. „Wir werden uns die ganze Woche definitiv Zeit nehmen, um Dinge zu besprechen und dann voll überzeugt auszurichten für die neue Saison“, sagte der 50-Jährige. „Es gibt keine Timeline“.Was spricht für Polanski?Für den Trainer spricht das Ergebnis. Polanski übernahm die Borussia nach dem 3. Spieltag. Mit einem Punkt stand Gladbach auf dem Relegationsplatz. Nun beendet die Elf vom Niederrhein die Spielzeit auf Rang zwölf - neun Punkte vor Platz 16. „Ich glaube, dass wir die richtigen Schritte gemacht haben, auch wenn es kleine Schritte waren“, sagte Polanski.Tim Kleindienst spricht sich für Polanski aus. Fabian Strauch/dpaFür den Coach, der in Gladbach seinen bisher größten Job als Trainer antrat, sprechen zudem die Aussagen seiner Spieler. „Da soll mir erstmal jemand einen Trainer zeigen - oder Trainer-Neuling -, der herkommt, einen Kader übernimmt und hier ein Feuerwerk abbrennt“, sagte Kleindienst, der nach langer Verletzung erstmals wieder eingewechselt und von den Fans laut gefeiert wurde. Auch Teamkollege Robin Hack hatte sich zuletzt sehr positiv über Polanski geäußert. Was spricht also gegen den Coach?Vorwurf: Ausbleibende EntwicklungPolanski wird unter anderem ausbleibende Entwicklung vorgeworfen. Nach einer stabilen Saisonphase im November und Anfang Dezember des vergangenen Jahres brach Gladbach Ende der Hin- und Anfang der Rückrunde regelrecht ein. Zwischenzeitlich gab es sieben Spiele in Serie ohne Sieg. Wohl noch schwerer wiegt jedoch die Art und Weise, wie die Borussia in dieser Saison phasenweise auftrat.Die Mannschaft wirkte teils plan- und mutlos. Immer wieder schienen kleinere Rückschläge im Spiel das Team komplett aus dem Konzept zu bringen. Auch unter vielen Fans ist der zu Beginn seiner Amtszeit sehr beliebte Polanski mittlerweile höchst umstritten. Dass die Ultras mit einem großen Plakat zum Saisonabschluss erneut die Neuaufstellung des Präsidiums forderten, zeigt zusätzlich, wie unruhig die Zeiten bei der Borussia sind.Saisonausklang macht „Lust auf mehr“Wie wechselhaft Gladbach in dieser Saison auftrat, dafür stehen stellvertretend die vergangenen drei Partien. Auf das 1:0 gegen Dortmund, das die Rettung besiegelte, folgte ein ganz schwaches Spiel beim 1:3 in Augsburg. Die große Tore-Party gegen Hoffenheim zeigte nun wieder, was die Mannschaft - auch mit den quasi die gesamte Saison fehlenden Kleindienst und Hack - eigentlich leisten kann. Die beiden zählen zu den großen Hoffnungsträgern für die nächste Spielzeit.Zum Saisonabschluss gab es für die Borussia Grund zur Freude. Fabian Strauch/dpa„Es ist ein Saisonausklang, der Lust auf mehr macht“, sagte Schröder. Ob mit oder ohne Polanski wird sich zeigen.© dpa-infocom, dpa:260517-930-89913/1
Gladbachs Analyse: Wie geht's mit Polanski weiter?
Mönchengladbach (dpa) - Nach seinem emotionalen Comeback hielt Tim Kleindienst ein Plädoyer für seinen angeschlagenen Trainer Eugen Polanski. „Eugen ist ein Super-Typ“, sagte Kleindienst. „Er hat genau das geschafft, wofür er hergeholt wurde: Er sollte die Klasse halten.“ Der Stürmer ergänzte: „Ich glaube, es steht ihm dann auch zu, dass er in der nächsten Saison die Zeit hat, von Vorbereitungsstart an eine Mannschaft zu formen, die er sich vorstellt.“ Doch genau das ist fraglich.Auch nach dem fulminanten 4:0 zum Saisonabschluss gegen die TSG Hoffenheim gab es von Sportchef Rouven Schröder nämlich - wie erwartet - keine Jobgarantie für den 40-Jährigen. „Wir werden uns die ganze Woche definitiv Zeit nehmen, um Dinge zu besprechen und dann voll überzeugt auszurichten für die neue Saison“, sagte der 50-Jährige. „Es gibt keine Timeline“.Was spricht für Polanski?Für den Trainer spricht das Ergebnis. Polanski übernahm die Borussia nach dem 3. Spieltag. Mit einem Punkt stand Gladbach auf dem Relegationsplatz. Nun beendet die Elf vom Niederrhein die Spielzeit auf Rang zwölf - neun Punkte vor Platz 16. „Ich glaube, dass wir die richtigen Schritte gemacht haben, auch wenn es kleine Schritte waren“, sagte Polanski.Tim Kleindienst spricht sich für Polanski aus. Fabian Strauch/dpaFür den Coach, der in Gladbach seinen bisher größten Job als Trainer antrat, sprechen zudem die Aussagen seiner Spieler. „Da soll mir erstmal jemand einen Trainer zeigen - oder Trainer-Neuling -, der herkommt, einen Kader übernimmt und hier ein Feuerwerk abbrennt“, sagte Kleindienst, der nach langer Verletzung erstmals wieder eingewechselt und von den Fans laut gefeiert wurde. Auch Teamkollege Robin Hack hatte sich zuletzt sehr positiv über Polanski geäußert. Was spricht also gegen den Coach?Vorwurf: Ausbleibende EntwicklungPolanski wird unter anderem ausbleibende Entwicklung vorgeworfen. Nach einer stabilen Saisonphase im November und Anfang Dezember des vergangenen Jahres brach Gladbach Ende der Hin- und Anfang der Rückrunde regelrecht ein. Zwischenzeitlich gab es sieben Spiele in Serie ohne Sieg. Wohl noch schwerer wiegt jedoch die Art und Weise, wie die Borussia in dieser Saison phasenweise auftrat.Die Mannschaft wirkte teils plan- und mutlos. Immer wieder schienen kleinere Rückschläge im Spiel das Team komplett aus dem Konzept zu bringen. Auch unter vielen Fans ist der zu Beginn seiner Amtszeit sehr beliebte Polanski mittlerweile höchst umstritten. Dass die Ultras mit einem großen Plakat zum Saisonabschluss erneut die Neuaufstellung des Präsidiums forderten, zeigt zusätzlich, wie unruhig die Zeiten bei der Borussia sind.Saisonausklang macht „Lust auf mehr“Wie wechselhaft Gladbach in dieser Saison auftrat, dafür stehen stellvertretend die vergangenen drei Partien. Auf das 1:0 gegen Dortmund, das die Rettung besiegelte, folgte ein ganz schwaches Spiel beim 1:3 in Augsburg. Die große Tore-Party gegen Hoffenheim zeigte nun wieder, was die Mannschaft - auch mit den quasi die gesamte Saison fehlenden Kleindienst und Hack - eigentlich leisten kann. Die beiden zählen zu den großen Hoffnungsträgern für die nächste Spielzeit.Zum Saisonabschluss gab es für die Borussia Grund zur Freude. Fabian Strauch/dpa„Es ist ein Saisonausklang, der Lust auf mehr macht“, sagte Schröder. Ob mit oder ohne Polanski wird sich zeigen.© dpa-infocom, dpa:260517-930-89913/1








