PfadnavigationHomeRegionalesHessenKnapper Lebensraum - Warum werden Feldhamster ausgewildert?Stand: 04:02 UhrLesedauer: 2 MinutenFeldhamster haben in Hessen nur knappen Lebensraum. (Symbolbild)Quelle: Arne Dedert/dpaWegen Straßenbaus und moderner Landwirtschaft fehlt dem Feldhamster Lebensraum. Auswilderungsprojekte in Hessen sollen das Überleben der bedrohten Tiere sichern.Der vom Aussterben bedrohte Feldhamster soll sich in Hessen wieder wohlfühlen. Dafür gibt es unter anderem Auswilderungsprojekte.Was macht dem Feldhamster denn Probleme?Nach Angaben des Hessischen Landwirtschaftsministeriums wird dem Feldhamster etwa durch eine restlose Ernte und einen zeitnahen Umbruch mit dem Pflug Nahrung und Unterschlupf genommen. «Die Populationen sind den Fressfeinden schutzlos ausgeliefert», heißt es auf der Internetseite. Eine erfolgreiche Aufzucht der Jungen sei durch einen frühen Erntezeitpunkt fast unmöglich.Auch der Bau von Straßen und Siedlungsflächen entziehe dem Feldhamster Lebensräume und mache ihn häufiger zum Opfer des Verkehrs.Der Hamster wird als weltweit vom Aussterben bedroht eingestuft. «Ursachen sind unter anderem Lebensraumzerschneidung, genetische Verarmung und veränderte landwirtschaftliche Bedingungen, etwa durch klimabedingt frühere Ernten», schreibt die Stadt Frankfurt.Wie funktioniert das Auswildern?Die ausgewilderten Hamster kommen aus einer Zucht. «Die etwa einjährigen Nager werden behutsam in vorbereitete Erdlöcher eingesetzt», schreibt die Stadt Frankfurt. «Dort erhalten sie Futter als Startproviant sowie einen kleinen Schutzkäfig für die ersten Tage.»Wo gibt es in Hessen solche Projekte?In Frankfurt beispielsweise werden im Mai 24 Feldhamster aus einer Zucht in die Freiheit in Bergen-Enkheim entlassen. Dort wurden in den vergangenen drei Jahren insgesamt 58 Feldhamster ausgewildert, wie die Stadt kürzlich mitteilte. Mit Erfolg: «Bereits jetzt konnten mindestens 189 Jungtiere nachgewiesen werden.» Die Bestandsstützung sei dennoch ein langfristiges Verfahren, bei dem über mehrere Jahre kontinuierlich Tiere ausgesetzt werden müssten, sagte Julia Heinze, Leiterin der Feldhamsterzuchtstation der Arbeitsgemeinschaft Feldhamsterschutz.In Bergen-Enkheim stellte laut Stadt ein Landwirt die Fläche zur Auswilderung zur Verfügung. Die Tiere seien auf tiefgründige, gut bearbeitbare Böden angewiesen, in denen sie ihre Baue bis zu zwei Meter tief anlegen könnten. «In sandigen oder steinigen Böden funktioniert das nicht», sagte Heinze laut Mitteilung.Auch in der Region um Pfungstadt (Landkreis Darmstadt-Dieburg) findet derzeit ein Schutz- und Wiederansiedlungsprojekt statt, wie die Stadt Darmstadt auf Anfrage schreibt. «Bis 2029 sollen dort jährlich etwa 30 Feldhamster freigelassen werden.» Ziel sei es, die dortige Restpopulation zu stabilisieren und langfristig wieder eine selbsterhaltende Population aufzubauen. «Das Gebiet gehört zu den letzten verbliebenen Feldhamster-Lebensräumen in Südhessen», heißt es. Die Entwicklung der Population lasse sich aber noch nicht abschließend bewerten.Städte wie Gießen, Marburg und Offenbach haben keine Kenntnisse über Feldhamster-Vorkommen. Aus Kassel heißt es: «Der Unteren Naturschutzbehörde sind keine Feldhamster-Vorkommen in Nordhessen bekannt.» Aktuell existierten nennenswerte Populationsräume von Feldhamstern nur noch in Mittel- und Südhessen.dpa-infocom GmbH