Stand: 16.05.2026 • 20:52 Uhr

In knapp einem Jahr scheidet Frankreichs Präsident Macron aus dem Amt. Am rechten und linken politischen Rand stehen die Kandidaten für die Nachfolge fest. In der politischen Mitte droht hingegen Chaos.

Es war eine für Frankreich so typische Inszenierung: In den Hauptnachrichten im TV-Sender TF1 wird Jean-Luc Mélenchon begrüßt, der Chef der extremen Linken: "Hat Ihre Partei sie ausgewählt?", fragt die Moderatorin, "sind Sie nun Kandidat für die Präsidentschaftswahl?" "Ja, ich bin Kandidat", antwortet Mélenchon und verweist auf eine kurz zuvor zu Ende gegangene Sitzung der Parlamentsfraktion seiner Partei La France Insoumise. Aber es ist nicht die Partei, die ihn vorstellt, sondern der Kandidat, der sich selbst erklärt.

"Ein Team, ein Programm, ein einziger Kandidat", schiebt Mélenchon noch hinterher. Es ist bereits der vierte Anlauf des 74-Jährigen bei einer Präsidentschaftswahl. Sein Ziel ist die Stichwahl im kommenden Jahr und das Duell mit der extremen Rechten.

Jean-Luc Mélenchon hat schon drei Mal versucht, Frankreichs Präsident zu werden. 2022 landete er auf dem dritten Platz.