Dieter HoßMarla NossDie Hamas im Gazastreifen hat den Tod ihres Kommandeurs Izz al-Din al-Haddad bestätigt. Zuvor berichteten Zeugen in Gaza-Stadt bereits davon, dass in Moscheen der »Märtyrertod« von Haddad verkündet worden sei.Die israelische Regierung sieht in Haddad einen der Verantwortlichen für den Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023. Er »war verantwortlich für Mord, Entführung und die Schädigung Tausender israelischer Zivilisten und Soldaten«, hieß es.Am Freitag hatten der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz mitgeteilt, dass Haddad Ziel eines Angriffs gewesen sei. Zu dem Zeitpunkt war noch unklar, ob er dabei getötet worden war. Seit der Tötung von Mohammad Sinwar durch Israel war Haddad Militärchef der Hamas im Gazastreifen. Luis KumpfmüllerIsraelischer Angriff soll Hamas-Militärchef im Gazastreifen gegolten habenIsrael hat nach eigenen Angaben einen Angriff auf den militärischen Anführer der Hamas im Gazastreifen, Izz al-Din al-Haddad, verübt. Laut dem israelischen Verteidigungsministerium galten die Luftangriffe dem Kommandeur der Al-Kassam-Brigaden, des bewaffneten Arms der Hamas. Ob al-Haddad getötet wurde, war zunächst unklar. Ein nicht namentlich genannter israelischer Sicherheitsbeamter sagte, der Angriff sei »wahrscheinlich erfolgreich« gewesen.Bei dem Angriff wurden laut Bericht der israelischen Zeitung Ha’aretz unter Berufung auf den Palästinensischen Roten Halbmond mindestens acht Menschen getötet und rund 30 weitere verletzt. An dem Angriff auf ein Wohngebäude im Stadtteil Rimal in Gaza-Stadt waren nach israelischen Militärangaben drei Kampfflugzeuge beteiligt, die 13 Bomben abwarfen.Al-Haddad hatte die militärische Führung der Hamas in Gaza nach der Tötung Mohammad Sinwars durch Israel im Mai 2025 übernommen. Er gilt als einer der wenigen verbliebenen Hamas-Führungsfiguren, die seit dem Überfall auf Israel vom 7. Oktober 2023 noch im Amt waren.Eric VoigtPalästinensische Medien berichten über neue Angriffe israelischer SiedlerIsraelische Siedler haben palästinensischen Medienberichten zufolge in den frühen Morgenstunden mehrere Dörfer im Westjordanland angegriffen. Wie die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtet, sei in einem Ort in der Nähe von Ramallah eine Moschee in Brand gesetzt worden.Die Siedler hätten demnach auch mehrere Fahrzeuge angezündet. In einem anderen Dorf in der Nähe von Nablus hätten die Angreifer Türen eingerissen und unter den Bewohnern für Panik gesorgt. Vom israelischen Militär gab es zunächst keine Bestätigung der Vorfälle.Johanna SetheNeue Gaza-Hilfsflotte in Richtung Gazastreifen gestartetEine Flotte von 50 Schiffen ist im Südwesten der Türkei in See gestochen, um die israelische Seeblockade zu durchbrechen und Hilfsgüter in den weitgehend zerstörten Gazastreifen zu bringen. Die Boote der Global Sumud Flotilla legten den Organisatoren zufolge in Marmaris ab. In den kommenden Tagen sollen sich demnach noch vier oder fünf weitere Schiffe der Flotte anschließen. Timo StukenbergIsraelische Siedler greifen Chef von Friedensorganisation anZwei extremistische israelische Siedler haben Lior Amichai, den Geschäftsführer der israelischen Organisation Peace Now, angegriffen. Von der Organisation veröffentlichte Aufnahmen zeigen, wie die Siedler Amichai schlagen und im Gesicht verletzen. Der Angriff ereignete sich demnach an der Ein-Samia-Quelle im von Israel völkerrechtswidrig besetzten Westjordanland. Amichai war dort mit einer Gruppe von Aktivisten der Demokratischen Partei unterwegs.Die Angreifer hinderten die Teilnehmer der Tour anschließend am Verlassen des Gebiets. Nach Angaben von Peace Now wurde die Polizei benachrichtigt. Es seien jedoch keine Beamten geschickt worden. Später eintreffende Soldaten nahmen demnach die Teilnehmer wegen Verdachts auf Körperverletzung fest. Gegen die gewalttätigen Siedler seien keine Maßnahmen ergriffen worden. Eine Stellungnahme der Armee steht bislang aus.Annika BenzingUN-Menschenrechtskommissar Türk gegen Israels Sondertribunal zum 7. Oktober UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk hat sich klar gegen ein Militärtribunal zur juristischen Aufarbeitung des Hamas-Großangriffs vom 7. Oktober 2023 ausgesprochen, für dessen Einrichtung Israels Parlament zuvor grünes Licht gegeben hatte. Das entsprechende Gesetz müsse aufgehoben werden, sagte Türk. »Dieses Gesetz wird unweigerlich einseitige Justiz und Diskriminierung gegenüber Palästinensern institutionalisieren, was in niemandes Interesse sein kann und gegen das internationale Menschenrechtsrecht verstößt«, sagte er.Türk sagte zugleich, dass es »eine lückenlose Rechenschaftspflicht für diese schrecklichen Angriffe geben« müsse. Doch dies könne nicht durch Verfahren erreicht werden, die hinter internationalen Standards zurückbleiben, fuhr er fort.Israels Parlament hatte am Montagabend für die Einrichtung eines entsprechenden Sondergerichts gestimmt. Vor diesem sollen sich mutmaßlich an den Massakern beteiligte Palästinenser verantworten, die am 7. Oktober oder danach festgenommen wurden und sich seither in Haft befinden. Israelischen Medienberichten zufolge werden voraussichtlich etwa 400 mutmaßliche Täter vor Gericht gestellt. Dazu gehören laut dem Gesetz auch diejenigen, die in den Gazastreifen verschleppte Geiseln festgehalten und misshandelt haben sollen. Verdächtige oder Verurteilte wegen der Straftaten vom 7. Oktober sind zudem von einem möglichen Gefangenenaustausch ausgeschlossen.Ulrike TschirnerIsraelische Behörden lassen rund 50 palästinensische Geschäfte abreißenIn einem Vorort von Jerusalem im Westjordanland hat Israel zahlreiche Geschäfte von Palästinensern abgerissen. Als Begründung wurde der Bau einer Straße genannt, die die palästinensischen Gemeinden erschließen solle. Palästinensische Vertreter bezeichnen die Straße dagegen als Teil eines umfassenderen Plans, die Straßennetze für Israelis und Palästinenser zu trennen. Hier erfahren Sie mehr dazu:Jan WendtIsrael und Hisbollah melden gegenseitige AngriffeTrotz Waffenruhe attackieren sich Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz offenbar weiter. Nach eigenen Angaben fing die israelische Armee am Abend Drohnen der Hisbollah ab, bevor die unbemannten Flugobjekte in Israels Luftraum eindrangen. Zudem habe die Hisbollah mehrere Geschosse – darunter mit Sprengstoff beladene Drohnen – auf israelische Soldaten im Südlibanon gefeuert. Laut Israel gab es bei den Angriffen keine Verletzten.Derweil warf das libanesische Gesundheitsministerium den israelischen Streitkräften vor, zwei Sanitäter bei einem Angriff am Nachmittag im Südlibanon getötet zu haben. Eine weitere Sanitäterin sei verletzt worden. Israels Armee erklärte, sie gehe den Vorwürfen nach. Die Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig prüfen.Lennart Jerke70 Kinder im Westjordanland und in Ostjerusalem in 16 Monaten getötetSeit Januar 2025 sind in den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten des Westjordanlands sowie Ostjerusalems laut dem UN-Kinderhilfswerk Unicef 70 Kinder und Jugendliche getötet worden. Weitere 850 Minderjährige seien im gleichen Zeitraum verletzt worden, sagte Unicef-Sprecher James Elder am Dienstag in Genf. 93 Prozent der Angriffe erfolgten demnach durch israelische Streitkräfte. Die meisten der getöteten Kinder seien von scharfer Munition getroffen worden, sagte Elder. Gleichzeitig beobachte man eine historisch hohe Zahl von Angriffen durch extremistische israelische Siedler. Dies führt neben körperlichen Angriffen auch zu immer weiter zunehmender Vertreibung und der Zerstörung der Lebensgrundlage vieler Kinder und ihrer Familien. Allein in den ersten vier Monaten dieses Jahres seien mehr als 2.500 Palästinenser vertrieben worden – 1.100 von ihnen seien minderjährig, sagte Elder. Auch Bildungseinrichtungen und Wasser- und Sanitäranlagen werden zunehmend zum Ziel von Siedlerangriffen. »Kinder und Jugendliche zahlen einen untragbaren Preis für die Eskalation militarisierter Einsätze und die zunehmenden Angriffe durch Siedler im besetzten Westjordanland, einschließlich Ostjerusalem«, teilte der Unicef-Sprecher mit.Im Gazastreifen werden derweil deutlich mehr Kinder getötet als in den anderen palästinensischen Gebieten. Im Januar meldete Unicef, seit Inkrafttreten der Waffenruhe seien dort um die 100 Kinder getötet worden – das sei mindestens ein Kind pro Tag. Im Oktober 2025 meldete Unicef, dass seit dem 7. Oktober 2023 schätzungsweise 64.000 Kinder im Gazastreifen getötet oder verwundet worden seien. Einem Bericht der WHO (PDF) zufolge entfiel von den über 5.000 Amputationen, die infolge israelischen Bombardements im Gazastreifen durchgeführt werden mussten, jede fünfte auf ein Kind.Lennart JerkeLieferung von Mobilitäts- und Rehahilfen nach Gaza dauert oft MonateSeit dem 7. Oktober 2023 sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 172.000 Menschen im Gazastreifen verletzt worden. Ein Viertel von ihnen, also rund 43.000 Menschen, hätten lebensverändernde schwere Verletzungen erlitten. Sie brauchen entsprechend medizinische Hilfsmittel wie Rollstühle, Krücken oder Prothesen. Etliche Reha- und Mobilitätshilfen stecken aber laut einem neuen WHO-Bericht seit Monaten beim israelischen Zoll fest oder werden gar nicht zur Lieferung freigegeben. Den Angaben zufolge hat die WHO im Dezember errechnet, dass in Gaza 32.835 Mobilitätshilfen benötigt würden. Laut einem neu eingerichteten Trackingsystem der UN-Behörde seien bis Mai 12.146 verteilt worden, wie aus dem Bericht hervorgeht (PDF). Gleichzeitig seien Stand Mitte April vier Lieferungen für Rehageräte abgelehnt worden, während 18 weiter zur Überprüfung beim Zoll lägen. Die Wartezeit bis zur Freigabe einer Lieferung in den Gazastreifen betrage im Durchschnitt 136 Tage, könne aber teilweise auch über ein Jahr dauern. Die WHO forderte daher eine umfangreichere Lieferung von dringend benötigten Rehageräten. »Die Menschen in Gaza haben unvorstellbares Leid ertragen«, sagte die WHO-Vertreterin für die besetzten palästinensischen Gebiete, Reinhilde van de Weerdt. »Sie verdienen nicht nur Soforthilfe, sondern auch die nachhaltige Unterstützung, die sie benötigen, um sich zu erholen und ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen.« Keine der Rehabilitationsanstalten sei aufgrund der großflächigen Zerstörung des Gazastreifens im vollen Umfang funktionsfähig.Lennart JerkeDrei Tote nach israelischen Angriffen im GazastreifenBei israelischen Drohnenangriffen im Gazastreifen sind nach Berichten drei Menschen getötet worden. In Chan Junis starben zwei Menschen durch einen Drohneneinschlag in ein Fahrzeug. Bei den Toten handelte es sich nach Angaben der Hamas um zwei hochrangige Vertreter ihrer Polizei. Mehrere weitere Menschen seien bei dem Angriff verletzt worden. Ein weiterer Luftangriff traf das Maghazi-Flüchtlingscamp nahe Deir al-Balah. Dort starb nach Angaben von Medizinerinnen vor Ort ein Mensch. Weitere seien verletzt worden, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa.Lennart JerkeIsrael schiebt zwei propalästinensische Aktivisten abZwei Aktivisten der Global Sumud Flotilla sind nach Angaben des Außenministeriums in Tel Aviv aus Israel abgeschoben worden. In einem Video, das die Global Sumud Flotilla bei X postete, teilte der Spanier Saif Abu Keschek mit, er sei in Athen angekommen. Er sowie der Brasilianer Thiago Ávila waren vor rund einer Woche festgenommen und zur Befragung nach Israel gebracht worden, nachdem die Schiffe der Global Sumud Flotilla vor der Küste Gazas abgefangen worden waren. Die Organisation hatte versucht, die – laut einem Urteil des Internationalen Gerichtshofs völkerrechtswidrige – Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen. Israel warf den beiden Aktivisten daraufhin Provokation vor. Die Menschenrechtsorganisation Adalah, die die beiden vor Gericht vertrat, sprach von einer »rechtswidrigen Entführung«.Sven CrefeldMindestens acht Tote im Libanon durch israelischen BeschussBei israelischen Angriffen im Süden des Libanon sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens acht Menschen getötet worden. In der Stadt Saksakije wurden demnach sieben Menschen getötet, unter ihnen ein Mädchen. 15 Menschen, darunter drei Kinder, seien zudem verletzt worden. Bei einem Angriff in der Stadt Nabatije wurde demnach ein Mann getötet und dessen Tochter schwer verletzt.Zwischen Israel und dem Libanon gilt seit drei Wochen eine Waffenruhe, die von der Hisbollah aber nicht anerkannt wird. Die israelische Armee hatte am Morgen die Bewohner von neun Dörfern im Süden des Libanon aufgefordert, sich zum Schutz vor geplanten Militärangriffen in Sicherheit zu bringen.Sven CrefeldIDF beschädigt Klosteranlage im LibanonDas israelische Militär (IDF) hat im Südlibanon Teile einer katholischen Klosteranlage zerstört und damit Kritik aus der Kirche ausgelöst. Die katholische Kirche im Libanon wies die israelische Darstellung zurück, wonach das Gelände von der Hisbollah für militärische Zwecke genutzt worden sei.Soldaten hätten im Grenzdorf Jarun Infrastruktur der Hisbollah-Miliz demoliert und dabei ein Haus beschädigt, das keine religiösen Insignien aufgewiesen habe, teilten die israelischen Streitkräfte mit. Sobald die Truppen erfahren hätten, dass dieses Haus mit der Kirche in Verbindung stehe, hätten sie "verhindert, dass weiterer Schaden angerichtet" werde.Die Hisbollah habe die Anlage in der Vergangenheit genutzt, um wiederholt Raketen auf Israel abzufeuern, hieß es in der Erklärung; das Militär greife nicht absichtlich religiöse Einrichtungen an. Mehr ladenTickarooLive Blog Software
Gaza: Hamas bestätigt Tod von Kommandeur Haddad durch israelischen Angriff
Die Hamas hat den Tod ihres Militärchefs Izz al-Din al-Haddad bestätigt. Zuvor meldete das israelische Militär einen Angriff. Das Liveblog










