Kupfer wird für erneuerbare Energien gebraucht. Das deutsche Unternehmen Aurubis bezieht einen Teil aus Minen in Peru – unter fragwürdigen Bedingungen.
D eutschlands Energiewende beginnt mehr als zehntausend Kilometer von Berlin entfernt. Im Süden Perus, drei Stunden von der chilenischen Grenze entfernt, winden sich staubige Straßen durch die Anden hinauf zu den Kupferminen der Region Moquegua.
Hier, im Distrikt Torata, fressen sich riesige Tagebaue in die Berghänge. Jahr für Jahr holen Bergbaukonzerne Hunderttausende Tonnen Kupfer aus dem Gestein. Das Metall steckt in Solaranlagen, Elektroautos und Wärmepumpen, in Rechenzentren für künstliche Intelligenz ebenso wie in modernen Waffensystemen. Ohne Kupfer keine Stromnetze, keine elektrische Zukunft. Eine moderne Windkraftanlage benötigt bis zu 30 Tonnen des Halbedelmetalls.
Wer sehen will, wo der Rohstoff gewonnen wird, muss mehrere Kontrollposten passieren. Bergbaukonzerne überwachen die Zufahrten zu ihren Minen wie private Grenzübergänge. Schranken zwingen jedes Fahrzeug zum Halt. „Wohin geht’s?“, fragt ein Mann mit Helm und orangefarbener Warnweste. Sein Blick wandert durch das Wageninnere, dann notiert er das Nummernschild.
José Luis Coayla kennt diese Kontrollen. Der 58-jährige Anwalt und Kleinbauer lebt an den Hängen des Tumilaca-Tals. Unterhalb der Minen baut er Avocados, Pfirsiche und Zitronen an. Am Rand des Tagebaus Quellaveco, auf 3.500 Metern Höhe, zeigt er auf einen Krater mit vier Kilometern Durchmesser. Bagger beladen Kipplaster, die wie Spielzeugfahrzeuge durch die kahle Berglandschaft rollen.







