Verteidigungsminister Pistorius hat signalisieren lassen, dass die Bundeswehr sich mit weiteren Kräften an einer europäischen Mission zur Sicherung der Straße von Hormus beteiligen könnte. Vorerst ist das nur Ankündigung. Es liegen noch viele Wenns auf dem Weg: Es muss eine tragfähige Waffenruhe zwischen den Kriegsparteien Iran und USA/Israel geben; es muss ein internationales und ein nationales Mandat geben.Immerhin, an die britischen und französischen Partner, die diese mögliche Mission initiiert haben, ist die Zusicherung von Pistorius ein gutes Signal. Das ist keine Selbstverständlichkeit. In Sachen Irankrieg hatte die Bundesregierung bislang nicht so ein glückliches Händchen mit ihrer Kommunikation.Worauf sich Schiffssicherungsteams einstellen müsstenDass es sich nicht nur um Symbolpolitik handelt, darauf deutet der Blick auf die konkreten Fähigkeiten, die die Marine der Bundeswehr jetzt bereithalten soll. Minentaucher passen zu dem Minenjagdboot, das vorsorglich bereits in Richtung Mittelmeer in Marsch worden ist. Eine ganz andere Art von Einsatz käme auf Schiffssicherungsteams zu. Solche Trupps waren bereits am Horn von Afrika im Einsatz, als die EU seit 2008 eine Mission gegen die damals grassierende Seeräuberei führte.Jetzt müsste ein solches Vessel Protection Team sich allerdings nicht auf somalische Piraten mit Enterleiter, Kalaschnikow und – immerhin – Panzerfaust einstellen. Sondern auf Revolutionsgardisten in ihren Schnellbooten. Auch deshalb gibt es die großgeschriebenen Wenns.Klar ist, dass die Kräfte, von denen jetzt die Rede ist, nur ein Klacks wären gegen die von den Vereinigten Staaten gegen Iran aufgebotene Streitmacht. Und selbst die war nicht in der Lage, Iran militärisch in die Knie zu zwingen. Die Vorwürfe von US-Präsident Trump, die Verbündeten hätten ihn im Stich gelassen, waren, was das betrifft, abwegig. Als ob gerade das noch gefehlt hätte, um einen Unterschied zu machen.Trumps diesbezügliche Mitteilungen, sofern sie nicht spontaner selbstbezogener Kränkung entsprangen, waren politische Druckmittel. Schon deshalb ist es klug, mit demonstrativer Bereitschaft Trump den Wind aus den Segeln zu nehmen. Klüger jedenfalls als spöttisch daherkommende Bemerkungen über offensichtlich fehlende Strategien in Washington, oder vollmundige Distanzierungen, dies sei nicht „unser Krieg“. Wegen der Auswirkungen auf Weltwirtschaft und Geopolitik ist er es eben doch.
Hormus-Mission: Ein kluges Signal aus Berlin
Ein Hormus-Einsatz der Bundeswehr ist vorerst nicht abzusehen. Aber es ist richtig, dass der Verteidigungsminister jetzt schon Verstärkung zusagt.









