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Jens Weißflog zählt zu den größten Skispringern aller Zeiten: Er gewann Olympia- und WM-Gold, den Gesamtweltcup und viermal die Tournee. Aber auch Kämpfe und Kuriositäten durchzogen seine Karriere – die mit einem Sturz begann.

Fassungslos hockt Jens Weißflog zwischen seinen Skiern im Schnee, die Hände vors Gesicht geschlagen. Ungläubig schaut er ins Nichts. Tränen rinnen seine Wangen hinunter. Siege hat er schon viele errungen, doch dieser Erfolg im norwegischen Lillehammer übertrumpft alles. Olympiasieger 1994, zehn Jahre nach seinem ersten Olympiasieg 1984 in Sarajevo. „In diesem Augenblick zogen die letzten zehn Jahre im Zeitraffer vor meinem geistigen Auge vorbei“, erzählt er. „Die ersten Erfolge, die Rückschläge, die schwere Umstellung auf den V-Stil. Niemand hat mehr an mich geglaubt. Doch dann habe ich es allen noch mal gezeigt – und vor allem mir selbst.“

Weißflog ging als Zweitplatzierter mit sechs Metern Rückstand auf den norwegischen Vierschanzentournee-Gewinner Espen Bredesen in den zweiten Durchgang, legte 133 Meter vor. Bredesen nach ihm schaffte nur 122 Meter – Gold für den Deutschen. Weißflog war damit zudem der erste Skispringer, der sowohl in der Parallel- als auch in der V-Technik Olympia-Gold gewinnt. Eine historische Leistung.