Der Grünenpolitiker Cem Özdemir ist zum Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg gewählt worden. Özdemir erhielt bei der Wahl im Stuttgarter Landtag 93 von 157 abgegebenen Stimmen. Damit erhielt er zwar eine deutliche Mehrheit, diese blieb jedoch hinter den Möglichkeiten seiner grün-schwarzen Koalition zurück: Die beiden Regierungsparteien haben jeweils 56 Sitze.
Zuvor hatte die AfD-Fraktion den CDU-Landesvorsitzenden Manuel Hagel, der die Landtagswahl Anfang März gegen Özdemir verloren hatte, als Gegenkandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten vorgeschlagen. AfD und CDU verfügen im Landtag über eine theoretische Mehrheit. Hagel, dessen Union mit Özdemirs Grünen koaliert, wies eine Wahl mit AfD-Stimmen von sich. Für ihn stimmten dennoch 34 Abgeordnete. Die AfD-Fraktion im Stuttgarter Landtag hat 35 Sitze, die Wahl des Regierungschefs ist geheim.
Baden-Württemberg seit 15 Jahren von Grünen regiert
Der 60-jährige Grünenpolitiker Özdemir folgt auf seinen Parteifreund Winfried Kretschmann, der nach 15 Jahren aus dem Amt scheidet. Özdemir ist damit der zweite grüne Ministerpräsident in der Geschichte der Bundesrepublik und der erste Landesregierungschef mit türkischen Wurzeln. In der Vergangenheit war Özdemir sowohl Bundestags- als auch Europaabgeordneter und zwischen 2021 und 2025 Bundeslandwirtschaftsminister.












