Stand: 24.04.2026 • 03:22 Uhr
Elf Tage, vier Länder und ungewöhnlich klare Botschaften: Papst Leo XIV. hat seine Afrikareise für scharfe Kritik an politischen Eliten genutzt. Dabei zeichnet sich ab, welches "Papst-Profil" er international entwickeln will.
Bei einer Papstreise sind bestimmte Abläufe immer ähnlich: So findet in der Regel, wenn der Pontifex in einem Land ankommt, noch am Flughafen eine kleine Begrüßungszeremonie statt. Dann geht es weiter zum Sitz des jeweiligen Staatschefs für ein kurzes Gespräch unter vier Augen. Für die Gastgeber ist diese erste Stunde meist ein guter Moment für die eigene Selbstinszenierung: Jubelnde Menschen am Flughafen, Handshake mit dem Papst, schöne Bilder.
Was danach folgte, dürfte zumindest für die vier Präsidenten der aktuellen Reise weniger angenehm gewesen sein. Denn Papst Leo XIV. hat ihnen, salopp formuliert, ordentlich die Leviten gelesen. Die politischen Verantwortlichen eines Landes seien nicht dazu bestimmt, das Volk zu beherrschen, sondern ihm, dem Volk, und seiner Entwicklung zu dienen, mahnte Leo mit Blick auf die autoritäre Regierung in Algerien.
In Kamerun prangerte er unter anderem die grassierende Korruption an. Damit sich Frieden und Gerechtigkeit durchsetzen könnten, müssten die Ketten der Korruption gesprengt werden, die die Obrigkeit in Verruf bringen und ihr die Autorität nehmen, so das Oberhaupt der katholischen Kirche. Gewinnstreben dürfe nicht zum "Götzendienst" werden.







