Stand: 11.04.2026 • 11:26 Uhr

Die Bedingungen für freie Berichterstattung aus Iran sind schlecht. Trotzdem ist es möglich, mit Menschen aus dem Land zu sprechen. Das zeigen auch jüngere Beispiele aus tagesschau und tagesthemen. Ein Gastbeitrag von Natalie Amiri.

Ich habe neun Jahre als Journalistin für die ARD in Iran gearbeitet. In der Islamischen Republik Iran. Jedes Mal, wenn ich in das Land einreiste und an der Passkontrolle stand, klopfte mir mein Herz. Jedes Mal hatte ich eine WhatsApp-Nachricht an meine Kontaktperson parat. Mit dem Text: Sie haben mich.

Damit zumindest mein Team in Iran es weiß: meine Verbündeten, das wahrscheinlich kleinste Team der gesamten ARD. Ein Team, das ich zu jeder Uhrzeit anrufen konnte. Mit dem ich über alles sprechen konnte. Wir schmiedeten stundenlang Pläne, wie man einen Beitrag für die tagesschau, für eine Länge von eineinhalb Minuten so umsetzen konnte, dass wir alles sagen, ohne dass unser ARD-Büro geschlossen wird. Und dass wir trotzdem die Lage vor Ort authentisch beschreiben.

Ausländische Korrespondenten werden bei "falscher Berichterstattung", also nicht genehmer Berichterstattung, des Landes verwiesen - oder kommen erst gar nicht rein. Das erfuhren zahlreiche internationale Korrespondenten gerade während der "Grünen Bewegung" 2009. Sie durften nie wieder einreisen. Damals erhielten wir nach zwei Tagen Protesten ein Fax, uns sei es nicht mehr erlaubt, auf die Straße zu gehen.