Stand: 12.05.2026 • 21:58 Uhr

Der Ukraine-Krieg, der geplante Abzug von US-Soldaten, die Bedrohung durch Russland: Die potenziellen Verteidigungsaufgaben der EU werden immer größer. Doch eine gemeinsame Strategie lässt weiter auf sich warten.

Jetzt macht also auch noch das Europäische Parlament Druck. "Es wird nur in nationalen Egoismen gedacht und das bei einem so drängenden Thema wie Verteidigung", schimpft die Vorsitzende des zuständigen Parlamentsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann.

"Wir stellen eben fest, dass es immer noch nicht gelingt, zum Beispiel einen Binnenmarkt für militärischen Transport zu schaffen, für militärisches Equipment", sagt Strack-Zimmermann. Die Nationen betrieben stattdessen weiterhin Kleinstaaterei. "Wir haben jetzt die Nase voll", so die FDP-Politikerin.

Zusammen mit weiteren 29 Abgeordneten hat sie eine Initiative für eine europäische Verteidigungsunion gegründet. Man müsse dringend Strukturen schaffen, die auch ohne die USA funktionieren würden, heißt es im Appell der Initiative. Man will keine Parallelstruktur zur NATO, doch die Fähigkeiten, die die USA aus Europa abziehen, sollte die EU ersetzen können.