Stand: 13.05.2026 • 07:00 Uhr

Ein Bundesunternehmen verhandelte 2023 mit einem Putin-Vertrauten über die Wiederaufnahme von LNG-Lieferungen - das zeigen NDR-Recherchen. Der Kreml gab das Geschäft frei, seitdem fließen Milliarden. Was wusste der damalige Minister Habeck?

Es ist eine vertrauliche Mission, Anfang April 2023. Egbert Laege, Chef der bundeseigenen Firma SEFE, ist eigens nach Dubai gereist. Der Mann, den er treffen will: Leonid Mikhelson, einer der reichsten Russen, Chef der Gasfirma Novatek und Vertrauter von Russlands Präsident Wladimir Putin.

Laege will mit dem russischen Oligarchen über die Wiederaufnahme von russischen Flüssigerdgas-Lieferungen aus dem sibirischen Yamal sprechen. "Die Atmosphäre war offen und LM war gewillt, ein vertrauensvolles Verhältnis zu etablieren", wird Laege später sinngemäß in einem Memo schreiben. "Das gleiche galt auch für mich."

Das Treffen mit dem russischen Oligarchen und Putin-Vertrauten steht im Widerspruch zur Politik von Laeges eigenem Anteilseigner, dem damaligen Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Nur ein Jahr zuvor hatte Russland Deutschlands Abhängigkeit vom Erdgas als Waffe eingesetzt, Gasspeicher und Pipelines leerlaufen lassen.