Das exklusive Pferdeleder ist ein begehrtes Material für Schuhe, Uhrenarmbänder und andere kleine Lederwaren.

Und auf einmal ist er wieder gefragt, der lederne Halbschuh. Ein diskreter Evergreen, der noch bis vor kurzem – angesichts der Streetwear-Welle und des dazugehörenden Sneaker-Hypes – ein modisches Schattendasein fristete.

Mit der Rückkehr der Eleganz in der Modewelt, aber auch dem Bedürfnis nach Dingen mit hoher Lebensdauer rücken in der Schuhmode klassische Modelle wie Derbys, Brogues und Oxfords wieder in den Fokus. Und mit diesen auch ein ganz besonderes Material: Shell Cordovan, ein Pferdeleder mit geschmeidiger Oberfläche, das besonders schön altert. In gewissen Kreisen wird es gern auch als Rolls-Royce unter den Schuhledern gehandelt.

Schuhe aus Shell Cordovan bilden beim Tragen keine Falten oder kleine Risse im Leder, sondern elegante, grossflächige Wellen. Dank dem besonderen, monatelangen Gerbprozess und der einzigartigen dichten Faserstruktur entwickelt das Leder eine ganz besondere Patina, die sich fast von selbst poliert.

Was das Material so exklusiv macht? Es ist seine besondere Struktur: Es stammt von den Hinterbacken des Pferdes, was manche aus ethischen Gründen zurückschrecken lassen könnte, insbesondere Liebhaber dieser Tiere. Die Haut davon ist ein Nebenprodukt der globalen Fleischindustrie. Gerade einmal zwei kleine ovale Stücke – sogenannte «Shells» – können pro Tier gewonnen werden. Dafür wird die Hautschicht zwischen den Gesässmuskeln und der narbigen Aussenhaut entfernt. Was bleibt, ist ein glattes, praktisch porenfreies Rohmaterial für Schuhe und kleine Accessoires.