Hector Berlioz hat mit «Fausts Verdammnis» die kühnste Fassung von Goethes Sinnsucher-Drama für das Musiktheater geschaffen. Das Stück braucht nicht einmal eine Inszenierung – und bei den jüngsten Aufführungen in Zürich fehlt sie auch nicht.

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Für Goethe war die Sache klar: «Mozart hätte den ‹Faust› komponieren müssen», so gab er dem getreuen Eckermann und damit der Nachwelt zu Protokoll. Der Dichter hatte sogar einen konkreten Vergleich parat, an dem sich die Goethe-Versteher seither abarbeiten: Die Musik müsse «im Charakter» von Mozarts «Don Giovanni» sein. Dumm nur, dass der Komponist der «Oper aller Opern» über den unersättlichen Frauenverführer Don Juan zu dem Zeitpunkt schon vierzig Jahre tot war.