Russland greift UN-Fahrzeug mit Drohnen an Russische Truppen haben ukrainischen Angaben zufolge ein UN-Fahrzeug in der südukrainischen Stadt Cherson zweimal mit Drohnen angegriffen. Den Russen müsse klar ⁠gewesen sein, welches Fahrzeug sie ins Visier genommen hätten, erklärt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf der Plattform X. In dem Wagen des UN-Nothilfebüros (OCHA) hätten sich der Büroleiter und acht weitere Mitarbeiter befunden. Niemand sei verletzt worden, das Personal sei in Sicherheit gebracht worden. Merz nach Putin-Vorschlag: „Wir entscheiden selbst, wer für uns spricht“Nach dem Vorschlag von Kreml-Chef Wladimir Putin, Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) als Vermittler im Ukrainekonflikt einzusetzen, hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Einmischungen von außen in der Frage verbeten. „Wir Europäer entscheiden selbst, wer für uns spricht. Niemand anders“, sagte Merz am Donnerstag in seiner Rede bei der Verleihung des Internationalen Karlspreises in Aachen. Er zweifelte dabei daran, dass es auf russischer Seite tatsächlich Verhandlungsbereitschaft gebe.„Wir wollen helfen, diesen schrecklichen Krieg so schnell wie möglich zu beenden“, betonte Merz. Dies erfordere aber „Gesprächsbereitschaft auf beiden Seiten“. Und da sprächen die „Angriffe der letzten Nacht (...) eine andere Sprache“. Putin hatte hinsichtlich der Bemühungen um eine Beendigung des Ukrainekriegs am Samstag Schröder als seinen bevorzugten Vermittler von europäischer Seite genannt. Der 82 Jahre alte frühere SPD-Chef gilt als persönlicher Freund Putins und war auch nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine für russische Energiefirmen tätig.Merz erwähnte in seiner Rede nun weder Putin noch Schröder. Die Bundesregierung hatte den Vorstoß des russischen Präsidenten aber bereits Anfang der Woche klar zurückgewiesen. Ein Sprecher sagte, Berlin sehe „momentan in den Äußerungen des russischen Präsidenten noch keinen substanziellen Fortschritt“. Putin beharre offenbar auf seinen Bedingungen für Verhandlungen. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte von einem „Täuschungsmanöver“ gesprochen, mit dem Putin offenbar „von der eigenen Schwäche ablenken“ wolle.Zahl der Toten nach russischen Angriffen gestiegenNach den schweren russischen Angriffen ist die Zahl der Toten in Kiew nach ukrainischen Angaben auf fünf gestiegen. Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb am Donnerstag auf der Plattform X: „Mein Beileid gilt ihren Familien und Angehörigen.“ Rund 40 Menschen seien in der Hauptstadt verletzt worden, sieben in der Region Kiew, 28 weitere in der Region Charkiw sowie zwei Menschen in der Region Odessa. Aktuell seien Such- und Rettungstrupps in Kiew noch dabei, Menschen aus den Trümmern zu befreien. Vom staatlichen Katastrophenschutz veröffentlichte Bilder zeigten Rettungskräfte, die in den Trümmern eines eingestürzten ​Wohnhauses nach Überlebenden suchten. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte, durch den Angriff sei die Wasserversorgung in Kiew unterbrochen worden. Slowakei verurteilt russische Luftangriffe Die Slowakei verurteilt die jüngsten russischen Luftangriffe auf die Ukraine. ⁠Außenminister Juraj Blanar kritisiert in einer Mitteilung insbesondere die massiven Attacken auf die grenznahe Region Transkarpatien und die Stadt Uschhorod, in der eine große slowakische Minderheit lebt. Die deutlichen Worte stechen heraus, da ‌die Regierung in Bratislava ansonsten enge Beziehungen zu Moskau pflegt. Das EU-Land bezieht weiterhin russisches Öl und Gas. Ministerpräsident Robert Fico hatte erst im April ein Ende der entsprechenden EU-Sanktionen gefordert. Ukraine erlebt einen der längsten Angriffe seit KriegsbeginnRussland hat die Ukraine seit Mittwoch mit mehr als tausend Drohnen und Dutzenden Raketen angegriffen. In Kiew ist in der Nacht mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Lesen Sie hier eine Zusammenfassung der Ereignisse:Selenskyj: Russland hat mit mehr als 1500 Drohnen angegriffenRussland hat ⁠dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge seit Beginn seines längeren Luftangriffes in den frühen Morgenstunden am Mittwoch mehr als 1500 Drohnen auf sein Land abgefeuert. „Insgesamt hat ‌Russland seit gestern um Mitternacht mehr als 1560 Drohnen gegen unsere Städte und Gemeinden eingesetzt“, teilt er auf der Onlineplattform X mit. „Das sind ganz sicher ‌nicht die Taten derer, ‌die glauben, der Krieg gehe zu Ende.“ Uli PutzAngriffe auf Häfen in der Region OdessaDie russischen Streitkräfte haben der ukrainischen Regierung zufolge zivile Infrastruktur in der Region Odessa im ‌Süden des Landes angegriffen. Ziel seien unter anderem Häfen und Eisenbahnanlagen gewesen, teilt der stellvertretende Ministerpräsident Olexij Kuleba mit.Uli PutzUkraine: Russland hat mit 675 Drohnen und 56 Raketen angegriffenDie russischen Streitkräfte haben nach ukrainischen Angaben in ‌der Nacht zum Donnerstag mit 675 Drohnen und 56 Raketen angegriffen. 652 Drohnen und 41 ‌Raketen seien abgefangen ‌worden, teilt die ukrainische Luftwaffe mit. An 24 Standorten in der Ukraine seien 38 Treffer ​registriert worden. An weiteren ⁠18 Standorten seien Schäden durch herabfallende Geschosstrümmer entstanden.Uli PutzMindestens ein Toter bei Luftangriff in KiewBei einem schweren russischen Luftangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist laut Behörden mindestens ein Mensch getötet worden. Mindestens 16 weitere Menschen seien verletzt worden, schrieb der Leiter der Militärverwaltung von Kiew, Tymur Tkatschenko, am Donnerstag im Onlinedienst Telegram.Reporter der Nachrichtenagentur AFP hatten am frühen Morgen von mehreren Explosionen in Kiew berichtet. Demnach war auch der Einsatz der Flugabwehr vernehmbar. Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte im Onlinedienst Telegram, Kiew werde von Russland mit Drohnen und ballistischen Raketen angegriffen. Er rief die Menschen auf, sich in Sicherheit zu bringen. Uli PutzUkraine meldet russische Angriffe auf Kiew und weitere StädteDie ukrainische Hauptstadt Kiew wird nach Behördenangaben ‌von ‌russischen Drohnen und Raketen angegriffen. Trümmer abgeschossener Drohnen treffen Gebäude ​in verschiedenen Stadtteilen, ⁠darunter auch Wohnhäuser, teilt der Chef der ​Kiewer Militärverwaltung Tymur Tkatschenko mit. ⁠In inoffiziellen Telegram-Kanälen kursieren ‌Videos brennender Wohngebäude. Die ukrainische Luftwaffe meldet zudem ⁠russische Raketenangriffe ⁠auf die Regionen Charkiw, Sumy ⁠und ​Tschernihiw ⁠im Norden sowie ​auf das zentrale Gebiet ‌Poltawa. Angaben zu Opfern liegen ​zunächst nicht vor.Philipp von ReinersdorffUkraine rechnet mit einem massiven russischen Raketenangriff in der NachtNach einem Tag massiver russischer Drohnenangriffe auf die Ukraine droht in der Nacht eine Welle von Raketenangriffen. Die ukrainische Luftwaffe meldete abends die Explosion einer russischen Hyperschallrakete vom Typ Kinschal (Dolch) bei Starokostjantyniw im Westen, wo eine wichtige ukrainische Luftwaffenbasis liegt. Ukrainische Telegramkanäle warnten vor dem drohenden Beschuss mit ballistischen Raketen. Sie meldeten zudem den Start von mindestens vier russischen Langstreckenbombern des Typs Tupolew Tu-160. Diese sollten bei Tagesanbruch die Zonen für den Abwurf ihrer Marschflugkörper erreichen.Philipp von ReinersdorffPutin tauscht Gouverneure ausRusslands Präsident Wladimir Putin hat die Gouverneure der beiden stark von ukrainischen Vergeltungsangriffen betroffenen Grenzregionen Brjansk und Belgorod ausgewechselt. Die beiden Gouverneure Alexander Bogomas und Wjatscheslaw Gladkow seien ersetzt worden, teilte der Kreml am Mittwoch mit. Als Nachfolger setzte der russische Staatschef den Angaben zufolge einen Armeegeneral ein, der in der Ukraine gekämpft hat, sowie einen Beamten, der zuvor für die russischen Besatzungsbehörden in der Ostukraine tätig war.Gladkow, der seit 2021 Gouverneur der am stärksten von ukrainischen Angriffen getroffenen russischen Region Belgorod war, hatte die Angriffe täglich dokumentiert und war Medienberichten zufolge bei der Bevölkerung sehr beliebt. Putin ernannte am Mittwoch den General Alexander Schuwajew, der seit 2022 für die russische Armee in der Ukraine im Einsatz war, zum Interimsgouverneur von Belgorod. Berichten zufolge war er zuvor auch im Nordkaukasus, in Georgien und in Syrien im Einsatz. Schuwajew ist gebürtig aus Belgorod.Zum Interimsgouverneur von Brjansk und Nachfolger von Bogomas ernannte Putin Jegor Kowaltschuk, der kurzzeitig die russischen Besatzungsbehörden in Luhansk geleitet hatte.Philipp von ReinersdorffMoskau schränkt Veröffentlichung von Bildern nach Angriffen einDie Behörden in Moskau schränken die Veröffentlichung ​von Fotos und Videos ein, die die Folgen von Angriffen zeigen. Dies teilt das Büro von Bürgermeister Sergej Sobjanin mit. Es spricht in diesem Zusammenhang von „Terroranschlägen“. Eine auf der offiziellen Website des Bürgermeisters veröffentlichte ⁠Anordnung verbietet es Medien, Privatpersonen und Rettungsdiensten, entsprechendes Bildmaterial zu veröffentlichen, bevor es auf den Seiten des Verteidigungsministeriums oder der Stadtverwaltung erscheint.Ziel der Maßnahme sei es, die Verbreitung ungesicherter Informationen zu verhindern, heißt es offiziell. Bei Verstößen drohen Privatpersonen Geldstrafen zwischen umgerechnet etwa 340 und 580 Euro, für Beamte oder juristische Personen fallen diese deutlich höher aus. In anderen Teilen Russlands gelten ähnliche Verbote.Philipp von ReinersdorffUngarn bestellt nach Drohnenangriff russischen Botschafter einUngarn bestellt nach dem russischen Drohnenangriff auf die Westukraine den Botschafter Moskaus ein. Außenministerin Anita Orban werde die Attacke bei dem Gespräch verurteilen und den Gesandten fragen, wann Russland den mehr als vier Jahre andauernden Krieg beenden wolle, sagt der neue ungarische Ministerpräsident Peter Magyar.Mehr ladenTickarooLive Blog Software