Autos in Münchner Tunnel: E-Auto-Anteil niedriger als erwartet
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Die Regierungskoalition aus Union und SPD fordert eine weitere Lockerung des Verbrenner-Ausstiegs in der EU. Würde sich Deutschland damit durchsetzen, dürften Elektroautos deutlich langsamer Marktanteile gewinnen als bislang erwartet. Das zeigt eine Analyse der Brüsseler Nichtregierungsorganisation Transport & Environment (T&E). Sie prognostiziert für diesen Fall eine E-Auto-Quote von 53 bis 76 Prozent an allen Verkäufen im Jahr 2035. Der bisherige Vorschlag der EU-Kommission hätte nach Ansicht der Organisation zu einem E-Auto-Anteil von 85 Prozent geführt.
Der wesentliche Grund für den Unterschied: Nach dem Willen der Koalition sollen Verbrenner, die nur mit Biokraftstoffen oder E-Fuels betankt werden, künftig als »Nullemissionsfahrzeuge« zählen. Zudem wollen Union und SPD bisherige großzügige Annahmen für den Treibhausgasausstoß von Plug-in-Hybridautos beibehalten – obwohl anonymisierte Nutzungsdaten zeigen, dass diese Hybride in der Praxis deutlich mehr Sprit benötigen, als die Hersteller angeben.
Würde die EU dem folgen, wäre der E-Auto-Anteil laut T&E auch im Jahr 2030 deutlich niedriger als bislang erwartet. Denn die Branche könnte weiter Verbrenner- und Hybridautos verkaufen – und die Flottengrenzwerte trotzdem einhalten.







