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Wirtschaftsforum: Bei der Zuckersteuer sollten wir uns am britischen Modell orientieren Der Staat lenkt, wie Menschen konsumieren. Diesen Eingriff in die Entscheidungsfreiheit muss die Politik begründen. Bei einer gut ausgestalteten Zuckersteuer ist das der Fall. Ein Gastbeitrag.
Dominika Langenmayr 06.05.2026 - 10:43 Uhr Artikel anhörenDie Autorin: Dominika Langenmayr ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Bundesfinanzministeriums. Foto: HB Foto: HBNun will die Bundesregierung also auch noch Zucker besteuern. Genauer: Ab 2028 soll eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke kommen. Man kann das leicht einreihen in all die Vorwürfe, die der Koalition zuletzt gemacht wurden: Sie priorisiere zu wenig, spare nicht wirklich und weiche den großen Problemen aus. Eine Steuer auf Cola und Limo klingt da erst einmal wie das nächste kleine Symbolprojekt. Aber stimmt das?Andere Länder haben solche Steuern längst eingeführt. Mexiko besteuert zuckerhaltige Getränke seit 2014, anfangs mit einem Peso pro Liter. Großbritannien setzt seit 2018 auf eine gestaffelte Herstellerabgabe: je mehr Zucker im Getränk, desto höher die Abgabe. Durch diese Ausgestaltung erhalten nicht nur Konsumenten einen Anreiz, weniger zuckerhaltige Getränke zu kaufen, sondern sie kann auch Unternehmen dazu bringen, ihre Rezepturen zu ändern.Die Evidenz spricht dafür, dass das funktioniert. In Mexiko sanken die Käufe besteuerter Getränke im ersten Jahr um etwa sechs Prozent, im zweiten Jahr um knapp zehn Prozent. Auch in Großbritannien kauften Niedrigeinkommenshaushalte weniger Softdrinks, der Zuckerkonsum über Getränke sank um 14 Prozent. Studien finden zudem messbare Gesundheitseffekte: In England ging die Adipositasrate bei Mädchen in der sechsten Klasse nach Einführung der Abgabe um 1,6 Prozentpunkte zurück, im ärmsten Fünftel sogar um 2,4 Prozentpunkte. Krankenhausaufnahmen wegen kariöser Zahnentfernungen bei Kindern sanken insgesamt um gut zwölf Prozent, bei den Null- bis Vierjährigen sogar um fast 29 Prozent. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige FREITAG® Immobilien FREITAG® Immobilien – Ihr Makler und Gutachter für München & Starnberg Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! Anzeige STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden Anzeige Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt








