Milka-Schokolade: Die Tafeln sehen optisch fast gleich aus

Bei seinen Schokoladentafeln ist der Milka-Konzern Mondelēz der zartesten Versuchung erlegen, seit es den Kapitalismus gibt: höhere Preise für ein günstiges Produkt. Um dabei nicht auch noch bei der Qualität zu sparen, hat Mondelēz einige seiner Tafeln einfach etwas kleiner gemacht als bisher. Sie sind nur noch 90 statt 100 Gramm schwer. Verbraucher bemerkten das oft erst auf den zweiten Blick – und litten so unter einer verdeckten Preiserhöhung.

Das Landgericht Bremen sah in diesem Trick nun einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht. Die Füllmengenreduzierung sei eine »relative Mogelpackung und somit eine Irreführung des Verbrauchers«, teilte das Gericht mit. Die Verbraucherzentrale Hamburg, die regelmäßig Mogelpackungen anprangert, hatte mit ihrer entsprechenden Klage Erfolg. Die Tafeln dürfen laut der Entscheidung der Kammer zumindest so auch nicht mehr genutzt werden, andernfalls droht ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro, wie aus dem Urteil hervorgeht.

Konkret dürfe Mondelēz die Packung mit 90 Gramm nicht in Verkehr bringen, wenn in den vier Monaten zuvor die Packung mit 100 Gramm im Angebot war, entschied das Gericht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Mondelēz kann dagegen noch Rechtsmittel einlegen.