Weltweit gerät die Freiheit der Wissenschaft unter Druck. In den vergangenen zehn Jahren hat diese in 50 Ländern abgenommen, während nur neun Länder Verbesserungen verzeichnen konnten. Das zeigt der kürzlich veröffentlichte Academic Freedom Index (AFI), den Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg gemeinsam mit dem schwedischen V-Dem-Institut jährlich veröffentlichen.
Für den Index bewerten mehr als 2000 Wissenschaftler weltweit, wie es um die Freiheit von Forschung und Lehre in ihren Ländern bestellt ist, wie ungehindert akademischer Austausch möglich ist und wie autonom Hochschulen agieren können. Besonders stark ist der Grad der akademischen Freiheit laut dem Report in den USA zurückgegangen. In keinem anderen Land wurde die institutionelle Autonomie von Forschungseinrichtungen in so kurzer Zeit so stark beschnitten wie in den Vereinigten Staaten unter der Regierung von Donald Trump.
Der AFI erfasst mehrere Dimensionen der Wissenschaftsfreiheit. Zum einen die Freiheit in Forschung und Lehre, also inwieweit akademisches Personal forschen und lehren kann, ohne auf politische oder andere nicht akademische Hindernisse zu stoßen. Zudem quantifiziert der Index, wie ungehindert sich Forscher untereinander austauschen und wie frei sie sich zu kontroversen Themen äußern können. Außerdem misst der Index die Integrität des Campus, inwiefern sich politisch motivierte Akteure vor Ort einmischen und etwa die Sicherheit gefährden können. Und schließlich quantifiziert der AFI die institutionelle Autonomie, also den Grad der Selbstverwaltung einer Hochschule in Bezug auf Forschung, Verwaltung und Standards. Auf diese Dimension der Wissenschaftsfreiheit fokussiert sich der aktuelle AFI-Report besonders.







