PfadnavigationHomePanoramaLandgericht PotsdamKinderarzt aus Brandenburg wegen sexuellen Missbrauchs in 130 Fällen angeklagtStand: 13.05.2026Vor dem Landgericht Potsdam wird über die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen einen Kinderarzt entschieden, dem sexueller Missbrauch in 130 Fällen vorgeworfen wirdQuelle: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpaEin Kinderarzt aus Brandenburg soll über Jahre hinweg Kinder missbraucht haben – viele der mutmaßlichen Taten laut Staatsanwaltschaft während seiner Arbeit in einer Klinik. Erst nach zwölf Jahren zeigte eine Mutter den Mann an.Ein Kinderarzt aus Brandenburg ist wegen mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs von Kindern in 130 Fällen angeklagt worden. Einen Großteil der über einen Zeitraum von rund zwölf Jahren begangenen Taten soll der Beschuldigte „im Rahmen der Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit“ begangen haben, wie die Staatsanwaltschaft Potsdam am Mittwoch mitteilte.Der Mediziner war demnach bei einer Klinikgruppe tätig. Die Taten sollen sich zwischen 2013 und 2025 ereignet haben. Der Mann wurde im November nach dem mutmaßlichen Missbrauch eines Kinds in einer Klinik in Rathenow festgenommen. Die Mutter hatte ihn angezeigt. Der damals 45-Jährige sitzt seither in Untersuchungshaft.Lesen Sie auchDie Anklage erfolgte beim Landgericht Potsdam. Es muss den Fall nun prüfen und über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Dem Arzt werden verschiedene Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung vorgeworfen, darunter etwa schwerer sexueller Missbrauch von Kindern.Die Havelland-Kliniken hatten im Januar bereits angekündigt, ihre Schutzmechanismen zu überprüfen und den Fall mit Hilfe von Experten aufzuarbeiten. Bei der Untersuchung des Kindes sei das geltende Vier-Augen-Prinzip - wonach zwei Personen anwesend sein müssen - verletzt worden, hatte die Havelland-Klinikgruppe damals erklärt. Eine interne Aufarbeitung sei eingeleitet. „Die Vorwürfe erschüttern das Vertrauen von Patientinnen und Patienten und ihren Familien“, hatte der Ärztliche Direktor, Mike Lehsnau, gesagt.afp/kaha