Umfrage: Mehr deutsche Unternehmen wollen in Amerika investierenTrotz eingetrübter Konjunkturerwartungen wollen viele deutsche Unternehmen ihre Investitionen in den USA erhöhen. ​41 Prozent der Betriebe mit Standorten in den Vereinigten Staaten wollen ihr Engagement vor Ort ausbauen, wie ⁠die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) zu der am Freitag veröffentlichten Umfrage unter mehr als 4500 Unternehmen mitteilte. Im vergangenen Herbst gaben dies nur 26 Prozent an. 35 Prozent planen mit mehr Personal, ‌zehn Prozent mit einer Verringerung (zuvor 19 Prozent). „Die US-Zollpolitik wirkt längst wie ein globales Umlenkungsprogramm für Investitionen und Handelsströme“, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Die Firmen suchten nach Stabilität und Planbarkeit.Handelsbarrieren gelten inzwischen als größtes Geschäftsrisiko für ‌die deutschen Betriebe in den ‌Vereinigten Staaten. Diese reagieren auf die höheren Importkosten vor allem mit Preiserhöhungen (68 Prozent) und einer stärkeren Ausrichtung auf lokale Lieferketten und Produktionsstätten (40 Prozent). 15 Prozent wollen ihre Absatzmärkte stärker diversifizieren, um potenziellen Umsatzverlusten entgegenzuwirken.Weltweit habe mehr als jedes zweite deutsche ​Unternehmen mit US-Geschäft bereits auf die amerikanische Handelspolitik ⁠unter Präsident Donald Trump reagiert, die etwa hohe Importzölle von 15 Prozent auf Waren aus der Europäischen Union vorsieht. 15 Prozent wenden ​sich neuen Märkten zu, 14 Prozent reduzieren ihr US-Geschäft. Weitere 18 Prozent konzentrieren sich stärker auf etablierte oder heimische Absatzmärkte. „Der US-Markt ist unter dem Strich durch die Handelspolitik weniger attraktiv für ⁠deutsche Unternehmen – ⁠das gilt vor allem für Exporteure“, sagte Treier. „Das gilt aber auch für die Unternehmen vor Ort, die auf ⁠internationale Lieferketten angewiesen sind.“Verdi: Mehr als 5000 Beschäftigte im Handel beteiligen sich an Warnstreiks Im Tarifstreit im Einzel- und Großhandel haben sich am Freitag laut Verdi bundesweit mehr als 5000 Beschäftigte an Warnstreiks beteiligt. Gestreikt wurde in Berlin-Brandenburg, Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Hamburg, wie Verdi in Berlin mitteilte. Bestreikt wurden über 200 Betriebe, darunter Filialen von Edeka, Rewe, Kaufland, Marktkauf, Penny, Douglas, Primark, Zara, H&M, Metro und Ikea.Die Gewerkschaft fordert sieben Prozent mehr Lohn, mindestens aber 225 Euro mehr. Verdi-Vorstandsmitglied Silke Zimmer forderte die Arbeitgeber am Freitag bei einer Kundgebung in Dortmund auf, ein „verhandlungsfähiges“ Angebot zu machen. Das in dieser Woche vorgelegte Angebot sei „skandalös niedrig“.Für Hamburg und Nordrhein-Westfalen hatten die Arbeitgeber laut Handelsverband Deutschland (HDE) eine Lohnerhöhung in zwei Stufen von insgesamt 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwei Jahren vorgelegt. Im ersten Tarifjahr sollen die Löhne demnach ab 1. November 2026 um zwei Prozent und im zweiten Tarifjahr um 1,5 Prozent steigen. Dies sei ein „Angebot mit Augenmaß“ in der „schwersten Wirtschaftskrise seit 20 Jahren“. Der HDE betonte, aktuell stünden viele Jobs in der Branche auf dem Spiel; seit 2022 seien im Einzelhandel insgesamt rund 73.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Das Risiko für massenhafte Jobverluste sei real. Am Montag finden die nächsten Verhandlungstermine statt: für den Einzelhandel in Hessen und den Groß- und Außenhandel in Nordrhein-Westfalen. Peugeots kommen künftig aus China Die französische Traditionsmarke Peugeot lässt ihre Autos künftig auch in China bauen. Der Mutterkonzern Stellantis gab am Freitag bekannt, dass er die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Partner Dongfeng erheblich ausweiten wolle. Die beiden Unternehmen, die seit mehr als drei Jahrzehnten zusammenarbeiten, wollen Peugeots und zusätzlich Wagen der amerikanischen Marke Jeep nicht nur für den chinesischen Markt herstellen, sondern auch für den weltweiten Export, wie sie betonen. Bei Forschung und Entwicklung wollen die beiden Unternehmen ebenso stärker kooperieren.Stellantis und Dongfeng wollen von 2027 an insgesamt vier neue Fahrzeuge im chinesischen Werk von Wuhan in der Provinz Hubei herstellen. Dabei handelt es sich um zwei neue Peugeots sowie zwei neue Jeeps. Die Peugeots sind eine Limousine und ein großer SUV, die schon auf dem Pekinger Automobilsalon in diesem Jahr vorgestellt wurden. Bei den Jeeps soll es sich um zwei Geländewagen mit Elektro- und Hybridantrieben handeln. Gemeinsam soll umgerechnet eine Milliarde Euro investiert werden, wovon Stellantis 130 Millionen Euro beisteuere, heißt es in der Erklärung. Die beiden Unternehmen betonen dabei auch die positive Rolle, welche die Regierung der Provinz Hubei spiele.Stellantis hatte Anfang des Jahres berichtet, dass die Marke Peugeot zuletzt Absatzrückgänge erlitten habe – nicht zuletzt, weil sich die älteren Modelle Peugeot 208 und Peugeot 308 weniger gut verkauften. In rund einer Woche will Stellantis in den USA einen neuen Strategieplan vorstellen, der den Ausweg aus der aktuellen Krise weisen soll. LVMH verkauft Modemarke Marc Jacobs an US-Unternehmen Der französische Luxusgüterkonzern LVMH trennt sich nach fast drei Jahrzehnten von der Modemarke ​Marc Jacobs. Käufer ist ein Gemeinschaftsunternehmen des Markenverwalters WHP Global und der Modefirma G-III Apparel, wie ⁠die Unternehmen in der Nacht zu Freitag mitteilten. Für die Übernahme wollen die beiden US-Unternehmen bis zu 850 Millionen Dollar aufbringen. Das Geschäft soll noch vor Jahresende abgeschlossen werden. G-III werde die ‌Marke weltweit erwerben und verwalten, während WHP die Lizenzvergabe übernehme, hieß es in der Mitteilung.Gründer Marc Jacobs, der das Label 1984 ins Leben rief, wird nach Abschluss der Transaktion als Kreativchef ‌an Bord bleiben. LVMH hatte ‌1997 die Mehrheit an der Marke erworben und Jacobs im selben Jahr zum Kreativdirektor von Louis Vuitton ernannt. Aus einer Pflichtmitteilung geht hervor, dass G-III und WHP jeweils bis zu 425 Millionen Dollar zur Finanzierung ​der Übernahme beisteuern werden. Zu G-III gehören Marken ⁠wie Karl Lagerfeld und DKNY. Die Markenrechte an Marc Jacobs sollen zu gleichen Teilen bei den Käufern liegen.Der Verkauf passt ​zum Bestreben von LVMH, sich in einem schwierigen Marktumfeld auf die Profitabilität zu konzentrieren. Der Luxussektor leidet derzeit unter den ⁠Folgen des ‌Konflikts im Nahen Osten, der den Reiseverkehr beeinträchtigt und die Konsumlaune dämpft. LVMH hatte im vergangenen Monat mitgeteilt, dass der Krieg im Iran den Konzernumsatz im jüngsten Quartal um mindestens ein Prozent gedrückt habe. Orlopp: Angebot der Unicredit „Schrumpfungs-Strategie für unser Geschäftsmodell“Die Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Bettina Orlopp, hat in einem Interview das Vorgehen der Unicredit im Übernahmekampf um die deutsche Bank scharf kritisiert. „Was wir nicht gebrauchen können, ist eine Destabilisierung unserer Organisation“, betonte Orlopp gegenüber der dpa. Die Unicredit war die Commerzbank unter anderem in einer Social-Media-Kampagne scharf angegangen und wurde dafür von der Finanzaufsicht Bafin gerügt. „Wir achten darauf, dass wir die Organisation stabil halten, trotz dieser unangemessenen Angriffe“, sagte Orlopp. Die Unicredit, die bereits knapp 30 Prozent an der Commerzbank kontrolliert, hatte Anfang Mai ein Angebot für sämtliche Commerzbank-Anteile vorgelegt. Die Großbank mit Sitz in Mailand bietet für jede Commerzbank-Aktie 0,485 neue Unicredit-Aktien. So will die Unicredit bis zum 16. Juni weitere Aktien einsammeln, ohne ein Pflichtangebot vorlegen zu müssen, was deutlich teurer wäre. Die Offerte kann bis zum 3. Juli verlängert werden. Eine begründete Stellungnahme zum Angebot der Unicredit, das einen Abschlag auf den jüngsten Aktienkurs der Commerzbank vorsieht, will die Commerzbank Anfang nächster Woche vorlegen. „Das Übernahmeangebot der Unicredit ist de facto eine Schrumpfungs-Strategie für unser Geschäftsmodell“, kritisierte Orlopp. Die Commerzbank habe sich nie Gesprächen verweigert. Weitere Gespräche seien allerdings nur dann sinnvoll, „wenn die Unicredit ein Zeichen gibt, dass sie bereit sind, über die Höhe des Angebots an unsere Aktionäre nachzudenken und über das Geschäftsmodell“, sagte Orlopp. Philipp von ReinersdorffUS-Chipkonzern Cerebras liefert größten Börsengang des JahresDer US-Chipentwickler Cerebras feiert ein fulminantes Börsendebüt an der Technologiebörse Nasdaq. Die Aktien des kalifornischen Unternehmens notieren zur Eröffnung bei 350 Dollar und damit 89 Prozent über dem Ausgabepreis. ​Der Kurssprung beim bisher größten Börsengang des Jahres beschert dem Unternehmen einen Marktwert von 106,75 Milliarden Dollar.Cerebras fordert mit seiner „Wafer-Scale-Engine“ die herkömmliche Architektur für KI-Anwendungen heraus. Dabei handelt es sich um Chips von der Größe eines Speisetellers, die die Verarbeitung beschleunigen sollen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen, die auf Grafikkarten (GPU) basieren ⁠und auf Gruppen von miteinander verbundenen Chips angewiesen sind, integriert Cerebras Hunderttausende von Rechenkernen auf einem einzigen Prozessor. Siemens kauft italienischen Bahntechnik-Anbieter Mermec Siemens stärkt sein Bahntechnik-Geschäft mit einer milliardenschweren Übernahme in Italien. ⁠Der Münchner Technologiekonzern kauft das Kerngeschäft der süditalienischen Mermec mit Zug-Signal-, Diagnose- und Messtechnik, wie Siemens am Donnerstag mitteilte. Zum Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Zwei mit der Transaktion vertraute Personen bezifferten den Preis gegenüber der Nachrichtenagentur ‌Reuters auf rund 1,2 Milliarden Euro. „Innerhalb unseres weltweit führenden Signaltechnikgeschäfts erweitert dieser Schritt unsere industrielle Präsenz in Italien und stärkt unser globales Diagnostikportfolio erheblich“, sagte Michael Peter, der Chef der Zug-Sparte Siemens ‌Mobility.Mermec ist vor allem für ‌seine Messzüge bekannt, mit denen der Zustand der Schienen-Infrastruktur kontrolliert werden kann. Im Kerngeschäft kommt das Unternehmen aus Monopoli bei Bari mit 1700 Mitarbeitern laut einer Präsentation auf einen Umsatz von 430 Millionen Euro und eine operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) von ​17 Prozent. 75 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet Mermec in ⁠Italien, wo das Unternehmen vor allem im Fernverkehr stark in der Signaltechnik ist. Das Signaltechnik-Geschäft in Frankreich, Großbritannien und Deutschland, das Mermec ​erst vor wenigen Jahren von der japanischen Hitachi Rail gekauft hatte, ist bei der Übernahme ausgeklammert.Siemens verspricht sich von Mermec eine ⁠Ankurbelung des Umsatzes in ‌der Bahntechnik durch die Integration der Mermec-Produkte in das Angebot von Siemens in der Bahn-Infrastruktur. Mittelfristig soll das zu 400 Millionen Euro Mehrumsatz führen, langfristig zu 500 Millionen. Dabei setzt Siemens unter anderem auf die Modernisierung des Streckennetzes in ⁠Italien. Dazu ⁠kämen binnen zwei Jahren Einsparungen, die zu einem um 15 Millionen Euro höheren operativen Gewinn führten.Mermec-Eigentümer Vito Pertosa ⁠begründete den Verkauf ​mit seinem ⁠Alter: „Ich bin seit neun Monaten formal im ​Ruhestand. Mit meiner Gesundheit steht es derzeit nicht zum Besten, und meine Kinder ‌gehen ihre eigenen unternehmerischen Wege.“ Es sei ihm um die Zukunft seiner Mitarbeiter gegangen. Mit dem Erlös könne ​er in die anderen Unternehmen seiner Industrieholding Angelo investieren, ​die auch in der Luft- und Raumfahrt aktiv ist. Philipp von ReinersdorffChinesischer Autohersteller Xpeng verhandelt mit VW über WerkskaufXpeng verhandelt einer Zeitung zufolge mit Volkswagen ​und anderen Herstellern über den Kauf eines Werks in Europa. Der ⁠chinesische E-Autobauer wolle damit seinen internationalen Absatz ausbauen, berichtete die „Financial Times“ (FT) am Mittwoch. „Wir sprechen mit (Volkswagen) darüber, ob es hier in Europa einen geeigneten Standort ‌gibt“, sagte Elvis Cheng, Xpeng-Geschäftsführer für Nordosteuropa, auf einer Konferenz der Zeitung. Eine Stellungnahme von VW lag demnach zunächst nicht vor.Xpeng ‌lässt seine Fahrzeuge ‌für den europäischen Markt derzeit beim Auftragsfertiger Magna Steyr in Österreich bauen, stößt dort Cheng zufolge jedoch an Kapazitätsgrenzen. Der chinesische Konzern ziehe zudem den ​Bau eines neuen Werks in Betracht, ⁠da die VW-Fabriken „ein wenig alt“ seien, berichtete die „FT“ weiter.VW befindet sich in einem umfassenden ​Umbau und plant, seine Produktion in Europa zurückzufahren sowie Zehntausende Stellen abzubauen. Konzernchef Oliver ⁠Blume hatte ‌Ende April erklärt, das Unternehmen prüfe, ob es für chinesische Partner Möglichkeiten gebe, ungenutzte Kapazitäten in Europa zu übernehmen.Die beiden Autobauer kooperieren in China. ⁠VW hatte ⁠2023 rund 700 Millionen Dollar in eine Beteiligung von fünf Prozent an Xpeng investiert. ⁠Seit ​Kurzem ⁠läuft in der Volksrepublik das erste ​gemeinsam entwickelte Fahrzeug vom Band. Xpeng ist ‌nach der Kürzung von Elektroauto-Subventionen auf dem chinesischen Heimatmarkt verstärkt auf das ​Exportgeschäft angewiesen.Verdi ruft zu bundesweiten Warnstreiks im Handel auf In den laufenden Tarifverhandlungen im Handel hat die Gewerkschaft Verdi zu den ersten Warnstreiks aufgerufen. Am Freitag sollen bundesweit Betriebe bestreikt werden, sagte Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer. In Frankfurt am Main, Hamburg, Stuttgart und Dortmund finden zudem Streikkundgebungen statt. In Hamburg und Nordrhein-Westfalen hatte die Arbeitgeberseite in dieser Woche erste Tarifangebote für den Einzelhandel vorgelegt. Die Gewerkschaft wies sie zurück. Zimmer sprach von „vergifteten Angeboten“, die nicht einmal die Inflation ausgleichen würden. Die Arbeitgeber bieten von November an eine Erhöhung um zwei Prozent und ab August 2027 eine weitere um 1,5 Prozent. Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn, mindestens 225 Euro.Die Verhandlungen für den Einzelhandel sowie den Groß- und Außenhandel starteten im April in den ersten Landesbezirken. Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte zuvor bereits vor unrealistischen Forderungen gewarnt. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gebe es „dieses Mal kaum Spielraum“ für Lohnerhöhungen. Im Handel arbeiten laut Verdi hierzulande rund 5,2 Millionen Menschen, davon 3,4 Millionen im Einzelhandel. Die vorigen Tarifverhandlungen zogen sich über mehr als ein Jahr hin. Am Ende konnten sich die Beschäftigten im Einzelhandel für 2023 bis 2025 über ein Einkommensplus von insgesamt etwa 14 Prozent freuen. Die Tarifbindung in der Branche ist seit Jahren rückläufig und vergleichsweise gering. Bundesarbeitsgericht: Beschäftigte von Ryanair-Tochter können Betriebsrat gründen Beschäftigte von Airlines mit Sitz im Ausland können auch an einem deutschen Standort einen Betriebsrat gründen. Das entschied das Bundesarbeitsgericht in Erfurt am Mittwoch. Es ging um den Berliner Flughafen BER und die Ryanair-Tochter Malta Air. Diese hat in Berlin einen Standort mit etwa 320 Beschäftigten, die im Cockpit oder der Kabine arbeiten. Sie beginnen und beenden ihre Arbeit also im oder am Flugzeug. Entscheidungen etwa über Einstellungen und Entlassungen oder Beförderungen werden aber von der Leitung in Malta und Irland getroffen. Verhandlungen über eine Personalvertretung scheiterten. Nach Initiativen zur Wahl eines Betriebsrats wollte die Fluggesellschaft gerichtlich feststellen lassen, dass am Stationierungsort BER kein Betriebsrat gebildet werden kann. Ihrer Auffassung nach ist das nur möglich, wenn auch der Hauptbetrieb in Deutschland sitzt. Damit hatte die Airline schon vor dem Arbeitsgericht Cottbus und dem Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg keinen Erfolg. Nun scheiterte die Beschwerde gegen diese Entscheidungen auch vor dem Bundesarbeitsgericht. Ein Betriebsteil im rechtlichen Sinn kann dessen Beschluss zufolge auch dann vorliegen, wenn der Hauptbetrieb im Ausland liegt.Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi begrüßte die Entscheidung. „Das Bundesarbeitsgericht hat heute sehr deutlich gemacht: Auch die Ryanair-Gruppe kann sich nicht durch trickreiche Konzernkonstruktionen oder formale Zuständigkeiten der Mitbestimmung entziehen“, erklärte die stellvertretende Vorsitzende Christine Behle. 27 Milliarden Euro: Softbank dank Open AI mit größtem Gewinn der japanischen Geschichte Eine gestiegene Bewertung der Beteiligung am US-Softwarehaus ​Open AI hat Softbank zu einem Gewinnsprung verholfen. Der Überschuss des ⁠Geschäftsjahres 2025/2026 sei mit umgerechnet 27 Milliarden Euro der höchste eines japanischen Unternehmens überhaupt, sagte Yoshimitsu Goto, Finanzchef des Technologie-Investors, am Mittwoch. Allein ‌im abgelaufenen Quartal habe Softbank einen Gewinn von knapp zehn Milliarden Euro verbucht, mehr als dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum.Softbank hatte ‌sich im vergangenen ‌Jahr für 30 Milliarden Dollar am ChatGPT-Entwickler Open AI beteiligt. Seither hat sich die Bewertung des auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierten Start-ups auf etwa 850 Milliarden ​Dollar mehr als verdoppelt. Zudem steuert ⁠das Unternehmen auf einen Börsengang zu. Daneben arbeitet Softbank gemeinsam mit Open AI und dem SAP-Rivalen ​Oracle am US-Projekt „Stargate“, in dessen Rahmen KI-Rechenzentren im Volumen von 500 Milliarden Dollar ⁠gebaut werden ‌sollen.Zur Finanzierung dieser Vorhaben hat Softbank in den vergangenen Monaten Anteile am US-Mobilfunker T-Mobile und dem Chipkonzern Nvidia verkauft, Anleihen ausgegeben sowie Kredite ⁠aufgenommen. Die Rating-Agentur ⁠Standard & Poor's (S&P) prüft inzwischen eine Herabstufung der Bonität der Beteiligungsgesellschaft. Der Umfang ⁠der ​Wette ⁠auf ein weiteres Wachstum des KI-Entwicklers ​Open AI sei angesichts des verschärften Wettbewerbs mit Google ‌und Anthropic eine Gefahr für die Kreditwürdigkeit von Softbank. Trump lädt Nvidia-Chef kurzfristig zu China-Reise ein Nvidia-Chef Jensen Huang hat sich kurzfristig der China-Reise von US-Präsident Donald Trump angeschlossen. Trump rief Huang am Dienstag persönlich an, nachdem Medien berichtet hatten, er ‌sei nicht eingeladen worden, wie ein Insider mitteilte. Der Chef des Chip-Konzerns wurde von Reportern ‌beim Boarding ‌der Air Force One in Alaska gesehen. Auf der ursprünglichen Gästeliste des Weißen Hauses standen unter anderem Tesla-Chef Elon Musk und Apples Tim Cook. Die späte Einladung deutet darauf hin, dass Nvidias H200-Chips auf der Gipfel-Agenda stehen könnten. Diese wurden bislang ‌nicht nach China verkauft, obwohl die Trump-Regierung im Januar grünes Licht mit Auflagen gegeben hatte. Viele der mitreisenden Unternehmen sehen den Gipfel als politische Öffnung, um regulatorische Hürden in China zu überwinden. Allianz erzielt Rekordgewinn Der Versicherungskonzern Allianz ist mit einem Rekordgewinn in das neue Jahr gestartet. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, stieg der operative Gewinn im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,6 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. Das Rekordergebnis wertete der Vorstandsvorsitzende Oliver Bäte als Beweis des starken Fundaments und der Wirksamkeit der kundenzentrierten Strategie. Das gesamte Geschäftsvolumen, also die Summe aus Versicherungsprämien und Fondsgebühren, erhöhte sich um 3,5 Prozent auf 53 Milliarden Euro.Für Claire-Marie Coste-Lepoutre, die im Vorstand Finanzen verantwortet, hat die Allianz in den ersten drei Monaten 2026 an die Dynamik eines hervorragenden Jahres 2025 angeknüpft. Sie verwies auf das starke Wachstum in der Schaden-Unfallversicherung und in der Vermögensverwaltung. Im Schaden-Unfall-Geschäft legte der operative Gewinn um elf Prozent auf 2,4 Milliarden Euro zu. Das lag auch an den geringeren Schäden sowie niedrigeren Kosten. In der Vermögensverwaltung flossen den Fonds von Pimco und Allianz Global Investors 45,2 Milliarden Euro zu. Das waren 58 Prozent mehr als im Vorjahresquartal und so viel wie noch nie zuvor in einem ersten Quartal. Das verwaltete Vermögen stieg über die Marke von zwei Billionen Euro. Der Versicherer ‌sieht sich auf Kurs, seine Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen. Die Allianz hat sich für das Gesamtjahr einen Gewinn von 17,4 Milliarden Euro vorgenommen, mit einer Abweichung nach unten und nach oben von jeweils einer Milliarde Euro. Mehr ladenTickarooLive Blog Software