PfadnavigationHomeDebatteArtikeltyp:MeinungWehrdienstDanke, dass ihr zur Bundeswehr geht!Stand: 13.05.2026Lesedauer: 3 MinutenWELT-Autor Felix KühnQuelle: Martin U. K. Lengemann/WELTEine Wehrpflicht soll es in Deutschland nicht geben. Richtig so. Umso wertvoller ist es, wenn junge Menschen freiwillig zur Bundeswehr gehen.Seit Anfang des Jahres schreibt die Bundeswehr junge Menschen ab 18 Jahren an und fragt nach ihrer Bereitschaft für einen Wehrdienst. Und das offenbar mit Erfolg: Dem Verteidigungsministerium zufolge fanden bereits Musterungen statt, Interessierte wurden konkret eingeplant oder schon eingestellt. Diese jungen Menschen verdienen den größten Respekt. Deutschland braucht die Bundeswehr, und es braucht junge Menschen, die dort ihren Beitrag leisten wollen. Wer das nicht versteht, verschließt die Augen vor der Realität. Junge Erwachsene, die sich für die Bundeswehr entscheiden, erbringen große Opfer. Viele in ihrem Alter haben nach der Schule erst einmal ganz andere Pläne. Einige gehen auf Reisen oder machen eine Zeit lang einfach gar nichts. Andere investieren in ihre Zukunft und machen eine Ausbildung oder studieren. All das auch zu Recht. Wer darauf zunächst verzichtet, um zum Militär zu gehen, leistet einen großen Beitrag für unser Land, für die Gesellschaft und vor allem für die junge Generation.Eine Wehrpflicht soll es in Deutschland erst einmal nicht geben. Richtig so. Niemandem sollte vorgeschrieben werden, wie er sein Leben zu gestalten hat. Und wer nicht will, ist auch keine Hilfe: Jemand, der frustriert in der Kaserne hockt, wird unser Land kaum verteidigen können. Für den Fall, dass die Bundeswehr mittels des Fragebogens nicht genügend Freiwillige gewinnt, behält sich die schwarz-rote Koalition aber vor, eine Bedarfswehrpflicht einzuführen.Kein Cent für die Bundeswehr?Umso wertvoller und wichtiger ist es, dass es Menschen gibt, die sich freiwillig zur Verfügung stellen. Menschen, die die Motivation dafür haben. Auf sie sind wir angewiesen. Sie sind es, die zur Sicherheit unseres Landes beitragen. Denn Deutschland braucht eine starke Bundeswehr.Genau das aber scheinen viele junge Leute nicht zu verstehen. So demonstrierten am Freitag etliche Schüler in Hamburg gegen eine mögliche Wehrpflicht. So weit, so verständlich. Doch die weiteren Botschaften auf dieser Demonstration zeigen, dass viele die Lage nicht begreifen. So trugen die Jugendlichen Plakate mit Slogans wie „Kein Mensch, kein Cent der Bundeswehr“. Eine Sprecherin des Schulstreikkomitees Hamburg erklärte sogar, es sei vielmehr nötig, abzurüsten. Das ist an Naivität kaum zu übertreffen. Wer so argumentiert, verkennt die Realität. Spätestens der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat gezeigt, wie fragil Sicherheit in Europa geworden ist. Frieden ist kein Naturzustand, sondern das Ergebnis von Abschreckung, Bündnissen und militärischer Stärke. Wer glaubt, man könne Konflikte allein durch guten Willen und Abrüstung verhindern, ignoriert, dass es Akteure gibt, die nur die Sprache der Stärke verstehen. Es ist daher richtig, dass die Bundeswehr aktiv auf junge Menschen zugeht und so stärker auf sich aufmerksam macht. Und es ist großartig, dass es junge Menschen gibt, die bereit sind, zur Bundeswehr zu gehen.