PfadnavigationHomeRegionalesHamburgNordsee-ImmobilienSogar auf Sylt gibt es einen Preisrückgang für HäuserStand: 12.05.2026Lesedauer: 4 MinutenFür viele bleibt ein Haus auf Sylt ein Traum – auch wenn die Preise jetzt etwas rückläufig sindQuelle: Axel Heimken/dpaAuf den Nordseeinseln kosten Häuser weiterhin am meisten, doch ausgerechnet dort sinken die Preise am deutlichsten. Auf dem Festland ziehen mehrere Kreise wieder an – besonders stark in einer Region.Häuser an der Nordseeküste erzielen im ersten Quartal 2026 die höchsten durchschnittlichen Quadratmeterpreise auf den Inseln. Das geht aus einer Auswertung von Von Poll Immobilien hervor, die Angebotspreise für Einfamilienhäuser im Bestand mit dem Vorjahresquartal vergleicht. Auf den Nordfriesischen Inseln liegen die Kaufpreise demnach im Schnitt bei 9922 Euro je Quadratmeter, auf den Ostfriesischen Inseln bei 8294 Euro je Quadratmeter. Lesen Sie auchGleichzeitig zeigen die Inselmärkte in der Erhebung die stärksten Rückgänge. Auf den Ostfriesischen Inseln sanken die Preise im Vergleich zum ersten Quartal 2025 um 5,1 Prozent, auf den Nordfriesischen Inseln um 4,7 Prozent. Von Poll spricht von einer „klaren Differenzierung“ entlang der Küste: „Während sich die Preise in vielen Festlandregionen stabilisiert haben und teilweise wieder anziehen, stehen insbesondere die hochpreisigen Inselmärkte stärker unter Anpassungsdruck“, sagt Daniel Ritter, geschäftsführender Gesellschafter bei Von Poll Immobilien. Für die Nordfriesischen Inseln weist die Analyse zudem einen eigenen Blick auf Sylt aus: Dort liegt der Durchschnittspreis bei rund 12.557 Euro je Quadratmeter. Im Vorjahresvergleich gab Sylt laut Auswertung um 1,5 Prozent nach. Ritter führt die Entwicklung auf eine Phase zurück, „in der sich Angebot und Nachfrage wieder stärker annähern und sich Preisniveaus entsprechend neu ausrichten“. Zugleich bleibe die Nachfrage „solide“, sei aber „deutlich selektiver als noch vor wenigen Jahren“. Festland holt auf – Friesland mit größtem Plus Abseits der Inseln liegen die durchschnittlichen Quadratmeterpreise deutlich niedriger. Für mehrere Festlandkreise nennt die Erhebung Werte zwischen rund 2500 Euro und 2000 Euro je Quadratmeter. Im Landkreis Nordfriesland (nur Festland) beträgt der Durchschnitt 2481 Euro je Quadratmeter, in Dithmarschen 2157 Euro je Quadratmeter, im Landkreis Wittmund (nur Festland) 2097 Euro je Quadratmeter, im Landkreis Aurich (nur Festland) 2093 Euro je Quadratmeter und im Landkreis Friesland (nur Festland) 2029 Euro je Quadratmeter. Auch bei der Entwicklung zeigt sich nach Angaben des Unternehmens ein gemischtes Bild. Während die Durchschnittspreise in den Landkreisen Nordfriesland und Wittmund im Vorjahresvergleich um 3,2 Prozent beziehungsweise 3,5 Prozent sanken, stiegen sie in anderen Kreisen. Der Landkreis Aurich legte demnach um 2,7 Prozent zu, Dithmarschen um 3,7 Prozent – und der Landkreis Friesland verzeichnete mit plus 5,7 Prozent den höchsten Anstieg innerhalb der Analyse. Unterhalb der Marke von 2000 Euro je Quadratmeter ordnet die Auswertung den Landkreis Cuxhaven mit 1993 Euro je Quadratmeter ein, die kreisfreien Städte Wilhelmshaven und Emden mit 1974 Euro beziehungsweise 1.961 Euro je Quadratmeter sowie den Landkreis Wesermarsch mit 1907 Euro je Quadratmeter. In Cuxhaven stagnierte das Preisniveau demnach nahezu mit minus 0,1 Prozent, Emden kam auf plus 1,0 Prozent. Wilhelmshaven stieg um 3,2 Prozent, Wesermarsch um 4,0 Prozent. Am niedrigsten liegt Bremerhaven mit 1896 Euro je Quadratmeter; dort nennt die Auswertung plus 0,6 Prozent. Vorgaben und Energiekosten prägen die NachfrageAls Treiber für die Unterschiede nennt Von Poll vor allem veränderte Rahmenbedingungen und eine veränderte Käuferperspektive. Ritter sagt, Interessenten achteten heute stärker auf „gute Lage, Energieeffizienz und nachhaltige Vermietbarkeit“. In „gut angebundenen Festlandlagen“ führe das bereits wieder zu moderaten Preissteigerungen. Aus Sicht der regionalen Büros spielt zudem das Verhältnis von Angebot und Nachfrage eine größere Rolle als in den Boomjahren. Thorsten Lemcke, Geschäftsstellenleiter in Heide und Husum, berichtet von einem „deutlich erweiterten Angebot bei gleichzeitig verhaltener Nachfrage“. Als Gründe nennt er gestiegene Energiekosten, Inflation sowie Unsicherheit durch wirtschaftliche und geopolitische Faktoren. Zugleich bleibe die Region für Käufer etwa aus süddeutschen Bundesländern und der Schweiz attraktiv, „für die das Preisniveau hier weiterhin vergleichsweise interessant ist“.Hinzu kommen nach Angaben des Unternehmens strengere Vorgaben für Zweitwohnsitze und Feriennutzungen. Hermann Mehrtens, Geschäftsstellenleiter in Wilhelmshaven und Jever, spricht von einem ausgeglichenen Markt, bei dem neue Objekte „ohne intensive Preisverhandlungen“ vermittelt würden. Gleichzeitig achteten Gemeinden „verstärkt auf die Einhaltung der Bebauungspläne hinsichtlich der Nutzung als Zweitwohnsitz“, insbesondere im Wangerland sowie auf Wangerooge. Ähnlich beschreibt Nils Onken, Geschäftsstellenleiter für Aurich, Emden, Norden und Esens, die Lage: Realistisch eingepreiste Objekte fänden weiterhin zügig Käufer, die Nachfrage sei insgesamt aber „eher zurückhaltend“. Er verweist außerdem auf Auswirkungen bei Kurzzeitvermietungen: Nutzungen, die zuvor geduldet, aber nicht genehmigt gewesen seien, würden nach einem Verkauf „in der Regel oft nicht mehr gestattet“. Das wirke auf die Werte – Preise für Objekte ohne offizielle Genehmigung würden nachgeben, während genehmigte Ferienobjekte steigen könnten.jlau