PfadnavigationHomePanoramaBrandenburgMänner beleidigen Frauen in Zug rassistisch – Schaffnerin weigert sich, Polizei zu rufenStand: 11.05.2026Lesedauer: 3 MinutenDie Autorin Jana Heinicke saß im Zug in Brandenburg, als zwei betrunkene Männer Frauen mit Kopftuch beleidigten und ihnen eine Fahrt nach Auschwitz wünschten. Heinicke kritisiert, dass die Zugbegleiterin nicht die Polizei rufen wollte.Die Autorin Jana Heinicke saß Anfang Mai in einem Regionalzug in Brandenburg, als zwei offenkundig betrunkene Männer durch das Abteil liefen, berichtet der Berliner „Tagesspiegel“. Einer soll lautstark gesagt haben: „Das ist hier alles ein Fotzenverein.“ Mit Blick auf zwei Frauen, die einen Hidschab trugen, soll er gesagt haben, sie sollten „nach Auschwitz gehen“.Heinicke informierte die Zugbegleiterin. Diese habe die Männer zwar angesprochen – jedoch, wie Heinicke bei Instagram schreibt, „in einem auffallend informellen, nahezu kumpelhaften Tonfall“. Eine Sanktion sei nicht erfolgt, die Männer seien nicht des Zuges verwiesen worden.Als Heinicke die Zugbegleiterin aufforderte, die Polizei zu rufen, habe diese abgelehnt. „Wissen Sie, wenn ich jetzt die Polizei rufe, dass der Zug mindestens eine Stunde später abfährt?“, sagte die Zugbegleiterin laut dem Videomitschnitt. Dann wandte sie sich an die anderen Fahrgäste und fragte, ob ihnen das eine Verspätung wert sei. Ein Mitreisender antwortete sofort: „Nee, ick möchte nach Hause, ick hab Feierabend.“ Nur eine weitere Frau unterstützte Heinicke in ihrem Handeln.Im Video ist auch zu hören, wie die Zugbegleiterin Heinicke vorhielt, sie sei „genauso laut“ wie die Männer. Heinickes Antwort: „Ich bin so laut, weil ich mich dagegen wehre, dass Männer sagen, dass Frauen nach Auschwitz sollen.“Schließlich rief Heinicke selbst die Polizei – unter dem Protest der Zugbegleiterin, wie sie schreibt. Laut „Spiegel“ bestätigte ein Sprecher der Polizeidirektion Nord in Brandenburg, dass Beamte an dem Tag gegen 18 Uhr zum Endbahnhof gerufen worden seien. Um welche Zuglinie es sich dabei handelte, teilte die Polizei nicht mit. Die Personalien der beiden Männer seien aufgenommen worden, eine Anzeige wegen des Verdachts auf Volksverhetzung gegen einen der Männer sei erstattet worden. Der Fall werde beim Staatsschutz weiter bearbeitet.Lesen Sie auch„Schockiert, das bin ich“, schreibt Heinicke bei Instagram. „Dass wir wirklich an dem Punkt sind, an dem sich eine Schaffnerin in einem vollen Zug, ohne mit der Wimper zu zucken, mit Nazis solidarisiert.“Die Deutsche Bahn äußerte sich per Kommentar unter Heinickes Instagram-Beitrag. „Das geschilderte rassistische Verhalten von Reisenden ist in keiner Weise akzeptabel und widerspricht klar den Werten der Deutschen Bahn“, hieß es. Man beobachte in den vergangenen Jahren „einen zunehmenden Respektverlust“ in den Zügen und trete dem „mit mehr Sicherheitskräften, Deeskalationstrainings, Bodycams und Kampagnen für mehr Respekt entschieden entgegen“. Der Vorfall werde intern aufgearbeitet. Gegenüber dem „Tagesspiegel“ erklärte die Bahn zudem, Rassismus, Diskriminierung und Belästigung seien in einer Konzernbetriebsvereinbarung und einem Ethik-Verhaltenskodex klar geregelt.Lesen Sie auchHeinickes Instagram-Beitrag hat sich rasant verbreitet – mehrere Hunderttausend Mal wurde er aufgerufen, mehr als 173.000 Mal mit „Gefällt mir“ markiert. Doch neben viel Zuspruch bekommt die Autorin auch Hass. Dem „Spiegel“ sagte sie, Menschen hätten ihr geschrieben, sie gehöre nach Auschwitz, sie solle vergast werden. „Das macht was mit einem.“ Sie stehe deshalb mit der Opferschutz-Organisation „Hate Aid“ in Verbindung.kaha