PfadnavigationHomeICONISTFitness & WellnessArtikeltyp:MeinungInfrarot-HypeWarum Großstädter jetzt auf Rotlicht statt Sonne setzenStand: 11.05.2026Lesedauer: 3 MinutenRotlicht-Yoga im „Herspace“-Studioin München Quelle: HerspaceRotlicht statt Sonnenlicht: Erschöpfte Großstädter liegen neuerdings unter 4416 LEDs, um Energie, Glow und bessere Haut zu bekommen. Unsere Autorin testet den Wellness-Trend zwischen Gwyneth Paltrow, Biohacking und leichter Endzeitstimmung.Wie viele Berliner habe auch ich ein spezielles Verhältnis zum Sonnenlicht. Manchmal, wenn der Winter besonders lang und grau ist, vergesse ich fast, dass es existiert. Dann sehe ich auf Instagram Bilder von Menschen in St. Moritz oder Mexico City. Stimmt, denke ich dann, da war doch was. Und schalte um 14 Uhr meine Schreibtischlampe an.Ich wundere mich also, warum ich in dieser Stadt noch nie eine Infrarot-Kabine oder -Sauna besucht habe. In solchen Etablissements wird man mit Rotlicht und Nahinfrarotlicht bestrahlt. Entweder auf einer speziellen Liege, die wie ein Solarium-Bett aussieht, aber deren LED-Lichter statt UV- eben Rotlicht ausstrahlen. Oder in einer Saunakabine, in der man sitzt und genießt, errötet von glühendem Glow.Lesen Sie auchAnders als UV-Strahlen scheinen Rotlichtstrahlen nur Vorteile zu haben: Sie sollen Zellreparatur und -wachstum fördern, die Kollagenproduktion der Haut stimulieren, entzündungshemmend wirken und bei der Regeneration der Muskeln helfen. Die Wellness-Trendfarbe Rot erleuchtet Workouts und Beauty-Routinen. Es gibt Infrarot-Pilates. Rotlicht-Panels fürs Zuhause. Rotlicht-Yoga auf Rotlicht-Matten. Es gibt natürlich die LED-Masken, mit denen man von vorn wie eine Star-Wars-Figur aussieht, während dahinter Rotlicht die Hautbarriere durchdringt.Manchmal sehe ich auf Instagram Influencer, die mit LED-Maske Gewichte heben, während sie auf einer Vibrationsplatte stehen. Das sieht so dystopisch-furchterregend aus; Aldous Huxley hätte es sich nicht schöner ausmalen können. Der Mensch im Einklang mit der Maschine.Es passiert eigentlich nichtsTatsächlich würde ich selbst gerne mehr im roten Licht stehen. Das Gwyneth-Paltrow-Fangirl in mir weiß: Die hat doch schon seit Jahren eine Infrarot-Sauna zu Hause. Man kann die Frau kritisieren, wie man will. Aber wohin sie geht, folgt der Rest. Und so auch ich. Vor ein paar Tagen lag ich also auch zum ersten Mal auf einer Infrarot-Liege. Ein Studio in meiner Nähe bietet Bestrahlung durch 4416 LEDs mit Rotlicht- und Nahinfrarotlicht in Zehn-Minuten-Slots an. Das ist im Grunde nichts, aber das einzige, was in meiner Studio-Mitgliedschaft enthalten ist.Lesen Sie auchIch lag also mit Unterwäsche bekleidet auf der Infrarot-Liege, badete im Feuer der elektromagnetischen Strahlen, deren Wellenlänge bei Rotlicht zwischen 630 und 660 Nanometer betragen, bei Infrarotlicht bis zu 850 Nanometer. Je länger, desto tiefer dringen sie ins Gewebe ein. Das Schöne: Es passiert eigentlich nichts. Man schwitzt nicht, man atmet nicht schwer. Ich lag nur da. Mir war warm, aber nicht heiß. Ich dachte an meine To-do-Liste, an das Eis, das ich mir an dem Tag noch holen wollte. Schon waren die zehn Minuten vorbei. Die große Erleuchtung war das jetzt nicht.Ein bis drei Sessions pro Woche empfiehlt das Studio für „spürbare Ergebnisse“. Das würde ich wohl nur mit eigener Infrarot-Sauna schaffen. Wenn in Berlin die Sonne scheint, spüre ich die Ergebnisse dagegen sofort. Erst recht mit einem Eis in der Hand.
Infrarot-Wellness: Warum Rotlicht in Berlin für Erleuchtung sorgt - WELT
Rotlicht statt Sonnenlicht: In Berlin legen sich erschöpfte Großstädter inzwischen unter 4416 LEDs, um Energie, Glow und bessere Haut zu bekommen. Unsere Autorin testet den Wellness-Trend zwischen Gwyneth Paltrow, Biohacking und leichter Endzeitstimmung.







