PfadnavigationHomePolitikAuslandMoskauPutin nimmt Militärparade ohne Panzer und Raketen ab – Empörung über Selenskyjs „Genehmigung“Stand: 11.05.2026Lesedauer: 4 MinutenWladimir Putin verknüpft in seiner Rede zum Tag des Sieges den Zweiten Weltkrieg mit dem Krieg gegen die Ukraine. Die russische Bevölkerung glaubt der Propaganda des Kreml-Chefs kaum noch, sagt Militärexperte Nico Lange bei WELT TV.Wladimir Putin hat seine Truppen auf dem Roten Platz aufmarschieren lassen. Die Parade zum 9. Mai ist Machtgeste und Schwächezeichen zugleich: Was der Kreml wirklich fürchtet, zeigt sich in dem, was fehlt. Auf einen Seitenhieb von Präsident Selenskyj reagierte Moskau denn auch empfindlich.Weniger militärisches Gerät und auch kaum internationale Gäste: Russland hat auf dem Roten Platz in Moskau seine große Militärparade zum Tag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland abgehalten. Kremlchef Wladimir Putin nahm – offenbar aus Angst vor ukrainischen Drohnenangriffen – die Parade mit tausenden Soldaten diesmal ohne Panzer, Raketen und Militärtechnik ab. Der abgespeckte Aufmarsch galt unter Beobachtern denn auch als ein Symbol für die Lage in Putins seit mehr als vier Jahren andauerndem Angriffskrieg gegen die Ukraine: Russland stehe bei der Invasion zunehmend durch Gegenangriffe Kiews unter Druck, die Kämpfe steckten in einer Sackgasse.Präsident Wladimir Putin sprach in seiner Rede zum 81. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg hingegen davon, dass die russische Armee in der Ukraine gegen „aggressive“, von der Nato unterstützte Streitkräfte kämpfe. Die „große Leistung“ der Roten Armee im Kampf gegen Nazi-Deutschland inspiriere die heutigen Soldaten bei ihrem Einsatz in der Ukraine, fügte er hinzu. Moskaus Sache sei „gerecht“.Der einzige Gast aus der EU kam aus der SlowakeiGeschützt wurde der Präsident bei dem öffentlichen Auftritt vor internationalen Gästen durch ein umfangreiches Sicherheitsaufgebot. Auch das mobile Internet war abgeschaltet. Als einziger Gast aus der Europäischen Union reiste der slowakische Ministerpräsident Robert Fico an.An der Parade wollte Fico nicht teilnehmen, er legte aber am Freitag einen Kranz am Grabmal des unbekannten Soldaten an der Kremlmauer nieder. Später empfing ihn Putin noch persönlich im Kreml. Ficos Besuch in Moskau war im eigenen Land wie in der EU auf Kritik gestoßen, auch Bundeskanzler Merz verurteilte die Reise. Kampffliegerstaffel wird Parade am Moskauer Himmel beendenÜberraschend hatte US-Präsident Donald Trump eine zwischen Kiew und Moskau vermittelte Waffenruhe und den geplanten Austausch von 1000 gegen 1000 Kriegsgefangene bekannt gegeben. Die Waffenruhe gilt demnach bis 11. Mai.Am Morgen gab es zunächst keine offiziellen Berichte über mögliche Verstöße gegen die Vereinbarung. Das änderte sich dann aber am Samstagnachmittag, als das russische Verteidigungsministerium der Ukraine Verstöße gegen die Waffenruhe vorwarf.Die ukrainischen Streitkräfte hätten ungeachtet der Vereinbarung mit Drohnen und Artillerie russische Positionen und auch zivile Objekte angegriffen, teilte das Ministerium laut Interfax mit. Betroffen gewesen seien unter anderem die Gebiete Kaluga, Tula, Smolensk, Kursk, Brjansk und Belgorod sowie im Süden die Teilrepublik Tschetschenien und die Regionen Stawropol und Krasnodar.Lesen Sie auchRussland hatte zuvor selbst wegen des Tages des Sieges über Nazi-Deutschland eine Einstellung aller Truppenbewegungen vom 8. bis 10. Mai angekündigt. Allerdings gab es weiter Kämpfe und Angriffe.An der Parade nehmen auch Soldaten der russischen Invasion in der Ukraine teil. Eine Staffel russischer Kampfflieger, die den Himmel mit den Farben der russischen Flagge koloriert, bildete dann den Abschluss.Selenskyj provozierte mit „Genehmigung“ für die ParadePräsident Wolodymyr Selenskyj hatte zudem noch am Freitag mit einem Dekret für Verstimmung beim Kriegsgegner gesorgt. Darin hatte der Ukrainer eine Art „Genehmigung“ für die russische Militärparade erteilt. Seinen Erlass „Über die Durchführung einer Parade in Moskau“ hatte Selenskyj dabei mit den Koordinaten des Roten Platzes versehen, die am besagten Tag von ukrainischen Angriffen ausgenommen werden sollten.„Wir brauchen von niemandem eine Erlaubnis“, zürnte daraufhin Kremlsprecher Dmitri Peskow vor Beginn der Parade im russischen Staatsfernsehen. „Wehe dem, der versucht, sich über den Tag des Sieges lustig zu machen und solche dummen Witze zu reißen“, sagte er. Peskow bezeichnete es zudem als „großes Unglück“ für Selenskyj, dass er sich so verhalte. Die Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 in Berlin fiel in Moskau schon in die frühen Morgenstunden des 9. Mai. Deshalb begeht Russland immer zu diesem Datum den Tag des Sieges. Die Rote Armee verzeichnete in den Kämpfen des Zweiten Weltkriegs den Tod von geschätzt acht bis elf Millionen Soldaten.Anmerkung der Redaktion: Dieser Text wurde aktualisiert und ergänztdpa/AFP/krott
Moskau: Putin nimmt Militärparade ohne Panzer und Raketen ab – Empörung über Selenskyjs „Genehmigung“ - WELT
Wladimir Putin hat seine Truppen auf dem Roten Platz aufmarschieren lassen. Die Parade zum 9. Mai ist Machtgeste und Schwächezeichen zugleich: Was der Kreml wirklich fürchtet, zeigt sich in dem, was fehlt. Auf einen Seitenhieb von Präsident Selenskyj reagierte Moskau denn auch empfindlich.














