PfadnavigationHomeDebatteArtikeltyp:MeinungBärbel BasIhr Hades ist der SozialstaatVeröffentlicht am 08.05.2026Lesedauer: 2 MinutenWELT am Sonntag-Chefredakteur Jacques SchusterQuelle: Marlene Gawrisch/WELTLaut Bärbel Bas muss der Sozialstaat vor gefühlskalten Kahlschlägern geschützt werden. Dabei müssen ganz andere Missstände behoben werden, soll der Sozialstaat tatsächlich gerettet werden.Bärbel Bas gibt gern den Zerberus, jenen furchterregenden Höllenhund, welcher den Eingang zum Hades bewacht. Ihr Hades ist der Sozialstaat, der vor den vermeintlich gefühlskalten Kahlschlägern um Bundeskanzler Friedrich Merz geschützt werden muss. Einen Grund für ihr mitunter streitlustiges Gebaren gibt es nicht, sieht man von ihrem Wunsch ab, den Funktionären der eigenen Partei zu gefallen.Als Bas ihr Amt als Sozialministerin antrat, verfügte sie über einen Jahresetat von 175 Milliarden Euro. 2027 werden es über 200 Milliarden Euro, drei Jahre später 234 Milliarden Euro sein. Bas muss sich also nicht darüber sorgen, dass der Sozialstaat abgebaut wird. Überhaupt kann von einem Niedergang des Sozialstaates keine Rede sein, mag die Linkspartei und einige Bas-Genossen noch so inbrünstig ihre Eulenspiegelei in ein politisches Hexeneinmaleins verwandeln.Lesen Sie auchLagen die Ausgaben für den Sozialstaat unmittelbar nach der Wiedervereinigung 1991 bei 400 Milliarden Euro, haben sie sich seither mehr als verdreifacht. 2024 betrugen sie 1345 Milliarden Euro. Gab die junge Bundesrepublik 1960 18 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für Soziales aus, lag die Sozialleistungsquote Mitte der 70er bei 26 Prozent. 2024 umfassten die Sozialleistungen 31 Prozent der Wirtschaftsleistung.Von Kahlschlag und Kälte lässt sich also wahrlich nicht sprechen, eher von der Bundesrepublik als einer großzügigen Mutter mit der Schürze. Bereitwillig greift sie jedem Menschen unter die Arme, gleichgültig, ob er es nötig hat – von der kostenlosen Kita für alle bis zum Deutschlandticket. Diese Missstände zu beheben, rettet den Sozialstaat – nichts anderes.