PfadnavigationHomeRegionalesHamburgMusicalTarzan kämpft gegen neuen FeindVeröffentlicht am 07.05.2026Lesedauer: 4 MinutenClayton (Richy Müller, M.), fordert Tarzan (Philipp Büttner) auf, Jane (Abla Alaoui) und ihm den Weg zu den Gorillas zu weisen

Quelle: Bertold FabriciusSchauspieler Richy Müller gibt am 8. Mai sein Hamburg-Debüt als Bösewicht Clayton im Musical „Tarzan“ in der Neuen Flora. Bis Anfang August wird er an ausgewählten Terminen den Dschungel unsicher machen.Mitten im Dschungel kommt es zur ersten Begegnung zwischen Tarzan und dem Großwildjäger Clayton, der sich der Expedition der Forscherin Jane Porter angeschlossen hat. Der Jäger verfolgt mehr oder minder heimlich das Ziel, Gorillas gefangen zu nehmen, um sie in Europa gewinnbringend an Zoos oder Zirkusse zu verkaufen. Porter verfolgt hingegen lautere Absichten, sie will nur forschen. Tarzan lernt durch Jane erstmals Mitmenschen kennen, da er bei seiner Gorilla-Pflegemutter aufgewachsen ist. Und Clayton ist im Musical „Tarzan“ nach dem Roman von Edgar Rice Burroughs zur Musik von Phil Collins kein netter Mitmensch.„Beim Musical ist es Gemeinschaftsarbeit“Das wird gleich bei der ersten Begegnung der beiden deutlich, der zweiten Szene des zweiten Aktes, die heute in der Neuen Flora geprobt wird, obwohl das Musical dort schon eine ganze Weile auf dem Spielplan steht. Denn der neue Gegenspieler von Tarzan (Philipp Büttner) und Jane (Abla Alaoui) ist vom 8. Mai an in ausgewählten Vorstellungen der Schauspieler Richy Müller. In Stuttgart hat Müller den Clayton vor einem Jahr bereits zwölf Mal gespielt. In Hamburg probt er einen Tag vor seinem Debüt in der Neuen Flora unter Leitung von Britta Heiligenthal mit den neuen Kollegen die Abläufe. Die künstlerische Leiterin der Neuen Flora braucht während des Streites zwischen Clayton und Tarzan kaum einzugreifen, denn jeder Darsteller weiß genau, was er zu tun hat. Der charismatische Müller, der als Schauspieler auf eine knapp 50-jährige Laufbahn zurückblickt, hat keine Probleme. Was reizt ihn am Musical? „Zum einen kann ich mir jetzt in meine Vita schreiben, dass ich Musicaldarsteller bin“, sagt Müller im Gespräch mit WELT. Außerdem, so der Stuttgarter Tatort-Kommissar, sei er Musicalliebhaber und dabei mitzuwirken, sei „einfach toll, einfach schön“, weshalb er die Rolle aus Stuttgart jetzt noch einmal übernehme. „Im Theater oder beim Film kämpft jeder einzeln vor sich hin“, beschreibt Müller, „hier beim Musical ist es wirklich eine Gemeinschaftsarbeit. Die funktioniert nur, wenn jeder jedem hilft, für den anderen da ist. Und das ist ein toller Zustand.“ „In der Schlussszene bin ich wirklich außer Atem“Auch körperlich sei die Aufgabe so anspruchsvoll wie befriedigend. Bei ihrer ersten Begegnung hält Tarzan den Jäger gut in Bewegung, nimmt ihm das Gewehr weg und zielt versehentlich auf ihn, so dass Clayton („Das ist kein Spielzeug“) immer wieder in Deckung gehen muss. Er versucht vergeblich, dem schnelleren Dschungelhelden das Gewehr wieder zu entreißen. Fight Captain Bob van de Weijdeven hilft gern bei der genauen Koordination des In-die-Luft-Greifens. Schließlich geht Tarzan mit Geschrei auf Clayton los, der sich auf den Boden wirft und hinter einem Ausrüstungsstapel Deckung sucht. „Wenn man es dann übt, dann kann man sich die Kräfte einteilen“, sagt der mittlerweile 70-jährige Schauspieler, „Aber es geht natürlich auf die Kondition und in der Schlussszene bin ich wirklich außer Atem, das muss ich nicht spielen.“ Als Fremdkörper fühlt sich der erfahrene Schauspieler im jungen Ensemble nicht. „Musicaldarsteller werden in meiner Branche immer ein wenig belächelt“, erzählt Müller, „aber das Niveau hat sich enorm entwickelt. Hut ab vor dem, was die Kollegen leisten, hier wird nicht nur fantastisch gesungen, was ich in meiner Rolle zum Glück nicht muss, sondern mittlerweile auch viel gespielt. Hauptsächlich geht es dabei um das Miteinander.“ Außerdem sei die Arbeit mit den jungen Kollegen „wie ein Jungbrunnen. Da habe ich auch wieder angefangen, ein bisschen Krafttraining zu machen, Ausdauer, und mich beweglich. Das brauche ich, um die Kämpfe unbeschadet zu überstehen.“Auch die Figur des fiesen Clayton bereitet Müller sichtlich Vergnügen: „Das ist immer gut, wenn jemand das Antagonistische verkörpert, was die Disney-Geschichten brauchen, um zu funktionieren“, erklärt Müller, „Und es macht Spaß, mal etwas Fieses raushängen zu lassen. Wenn man es privat nicht ist, ist es doch eigentlich ganz nett, wenn man es mal auf der Bühne sein darf.“ Spieltermine von Richy Müller in der Neuen Flora in Hamburg: 8./9./15./16. Mai; 12./13. Juni; 24./25./31. Juli; 1. August.