PfadnavigationHomeRegionalesHamburgOrganisierte KriminalitätMillionen aus Straftaten in Immobilien gesteckt? – Razzia im Rotlicht- und Rocker-MilieuVeröffentlicht am 06.05.2026Lesedauer: 2 MinutenPolizisten stehen im Kieler Rotlichtviertel bei einer Razzia vor einem EingangQuelle: André Klohn/dpaMit einem Großeinsatz gehen Ermittler in Schleswig-Holstein gegen mutmaßliche Geldwäsche und organisierte Kriminalität vor. 250 Einsatzkräfte durchsuchten 14 Objekte, beschlagnahmten Immobilien im Millionenwert und sicherten hohe Vermögenswerte.Rund 250 Einsatzkräfte durchsuchen seit dem Morgen im Zusammenhang mit dem Verdacht der Geldwäsche 14 Objekte in Kiel, Flensburg und Harrislee bei Flensburg. Unter anderem sollten Beweismittel sichergestellt werden, wie Landeskriminalamt und Generalstaatsanwaltschaft mitteilten. Lesen Sie auchZudem dienten die Maßnahmen zur Aufklärung von Geldflüssen, Finanzierungsstrukturen sowie Tatbeteiligten. Es wurden fünf Immobilien in Kiel und Flensburg mit einem Schätzwert von insgesamt rund 2,6 Millionen Euro beschlagnahmt und Vermögenswerte in Höhe von rund 540.000 Euro gesichert.Geld für Immobilien stammt mutmaßlich aus StraftatenEs besteht den Angaben zufolge der Verdacht, dass Menschen, die nach Einschätzung der Ermittlungsbehörden der organisierten Kriminalität zuzurechnen sind, erhebliche Einnahmen aus Straftaten verschleiert und in den legalen Wirtschaftskreislauf eingeschleust haben. Dazu sollen unter anderem über Strohleute Immobilien in Kiel und Flensburg erworben worden sein. Die Kaufpreise sollen mit Geldern finanziert worden sein, die mutmaßlich aus Straftaten stammen, wie zum Beispiel der gewerbsmäßigen Veranstaltung unerlaubten Glücksspiels. Lesen Sie auchDen aktuellen Ermittlungen liegen unter anderem Erkenntnisse aus Maßnahmen zur Bekämpfung des illegalen Glücksspiels zugrunde. In diesem Zusammenhang gab es bereits im Dezember 2023 und Dezember 2024 in Kiel-Gaarden große Durchsuchungen. Im Fokus der Ermittlungen stehen insbesondere auch Personen aus dem Umfeld einer Rockergruppierung, wie die Behörden weiter mitteilten.Organisierter Kriminalität entschlossen entgegentretenSchleswig-Holsteins Justizministerin Kerstin von der Decken (CDU) sagte, „die heutigen Maßnahmen zeigen, dass wir der Organisierten Kriminalität und der Geldwäsche entschlossen entgegentreten.“ Besonders wichtig sei dabei: „Wir nehmen nicht nur Täter ins Visier, sondern auch ihre Vermögenswerte. Denn Straftaten dürfen sich nicht lohnen.“Lesen Sie auchFinanzministerin Silke Schneider (Grüne) betonte, Steuerhinterziehung und Geldwäsche seien keine Kavaliersdelikte, „sondern untergraben Vertrauen, Sicherheit und Steuergerechtigkeit“. Es gelte konsequent gegen Finanzkriminalität vorzugehen.dfe, dpa