PfadnavigationHomePanoramaAmokfahrt in LeipzigTäter war bis Ende April noch in Psychiatrie – Details zu Vorstrafe werden bekanntVeröffentlicht am 05.05.2026Lesedauer: 5 MinutenIn Leipzig rast ein Auto in eine Menschenmenge. Laut Medienberichten wurde der Täter Ende April 2026 aus einer psychiatrischen Einrichtung entlassen. Kriminologe Manuel Heinemann warnt vor vorschnellen Schuldzuweisungen und fordert eine bessere Früherkennung möglicher Gefährdungen.In der Leipziger Innenstadt ist ein 33-Jähriger durch die Fußgängerzone gerast. Zwei Menschen wurden getötet, die genaue Zahl der Verletzten ist noch unklar. Was ist über den festgenommenen Fahrer bekannt?Nach der mutmaßlichen Amokfahrt in Leipzig mit zwei Todesopfern und drei Schwerverletzten wurde der Fahrer des Autos an diesem Dienstag einem Haftrichter vorgeführt. Ein Ermittlungsrichter ordnete anschließend die einstweilige Unterbringung des 33-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus an, wie die Staatsanwaltschaft Leipzig am Dienstag mitteilte. Es seien „dringende Gründe“ dafür vorhanden, dass der Beschuldigte die Tat mit zwei Toten und zahlreichen Verletzten „im Zustand der zumindest erheblich verminderten Schuldfähigkeit begangen hat“.Die Polizei geht nach bisherigen Erkenntnissen nicht von einem politischen oder religiösen Motiv des Täters aus. Der 33-jährige Deutsche – laut WELT-Information handelt es sich um einen 33-Jährigen namens Jeffrey K. – war vor der Tat bereits polizeibekannt. Bei der Festnahme soll er sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden haben.Nach Angaben des sächsischen Sozialministeriums hielt sich K. vor der Tat auf eigenen Wunsch freiwillig in einer Klinik auf, wurde jedoch nach einem kurzen Aufenthalt Ende April 2026 wieder entlassen. Während dieser Zeit habe laut Ministerium weder eine Eigen- noch eine Fremdgefährdung vorgelegen, weshalb es keine rechtliche Grundlage gegeben habe, den Patienten gegen seinen Willen festzuhalten.Lesen Sie auchZu Details über mögliche Behandlungen oder therapeutische Maßnahmen äußerte sich das Ministerium unter Verweis auf die ärztliche Schweigepflicht gegenüber WELT nicht. Damit widerspricht das Ministerium Berichten von MDR und „Bild“-Zeitung, wonach der Täter erst am Sonntag entlassen worden sei. Beide Medien berichteten, dass der Täter nicht freiwillig gegangen sei, sondern wegen aggressiven Verhaltens gegenüber anderen Patienten der Psychiatrie verwiesen worden sei. Lesen Sie auchNach Informationen von WELT soll K. wegen häuslicher Gewalt polizeibekannt sein. Laut Amtsgericht gibt es eine Verurteilung zu einer Geldstrafe aus dem Jahr 2014 wegen vorsätzlicher Körperverletzung in Tateinheit mit einem Verstoß gegen das Vermummungsverbot.Leipzig überprüft SicherheitskonzeptDie genaue Zahl der Verletzten der mutmaßlichen Amokfahrt steht noch nicht fest. „Das war gestern sehr schwierig. Viele Leute haben den Ort selbstständig verlassen und sich zum Arzt begeben“, sagte der Sprecher der Leipziger Staatsanwaltschaft, Ricardo Schulz, am Morgen. Nach Angaben der Polizei sind insgesamt etwa 80 Menschen betroffen. Der 33-jährige deutsche Staatsbürger war am Montagabend unmittelbar nach der Tat festgenommen worden. Der Mann hatte mit einem weißen Auto offenbar ungehindert über den Augustusplatz in die Fußgängerzone einfahren können. Poller gibt es an dieser Stelle keine. Er raste dann durch die Einkaufsstraße und fuhr mehrere Menschen an. Am westlichen Ende der Straße wurde sein Auto durch Poller gestoppt.Die Stadt Leipzig will die Zufahrtsstelle prüfen, an der die Amokfahrt begann. Das gesamte Sicherheitskonzept solle auf den Prüfstand gestellt werden, sagte Stadt-Sprecher Matthias Hasberg.Einen Tag nach der Amokfahrt in der Leipziger Innenstadt ist die Grimmaische Straße wieder für Passanten freigegeben worden. Die meisten Geschäfte entlang der Straße blieben jedoch zunächst geschlossen. Filialen großer Ketten wie Cafés, Drogerien und Bekleidungsläden öffneten am Dienstag nicht, die Läden waren dunkel. An der Grimmaischen Straße haben Passanten Kerzen und Blumen in Anteilnahme an die Todesopfer und Verletzten der Tat niedergelegt. Mehrere Hundert Menschen haben am Dienstag zudem in einer ökumenischen Andacht der Opfer gedacht. „Leipzig trauert, aber Leipzig steht zusammen“, sagte der Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) in der Nikolaikirche. Auch Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer war bei der Andacht dabei.Die Informationen im ÜberblickDas ist über den Täter bekannt: Der 33-jährige Fahrer des Wagens ist deutscher Staatsbürger, wohnhaft in Leipzig.Er ließ sich widerstandslos in seinem Fahrzeug festnehmen und befindet sich in polizeilichem Gewahrsam.Nach Informationen von WELT soll es sich bei dem Tatverdächtigen um den Boxtrainer Jeffrey K. handeln.Der Festgenommene wurde 2014 wegen vorsätzlicher Körperverletzung in Tateinheit mit einem Verstoß gegen das Vermummungsverbot verurteilt. Nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei war der Verdächtige dieses Jahr bereits polizeilich aufgefallen, unter anderem wegen Bedrohung und ehrverletzender Delikte im sozialen Umfeld. Dabei handelt es sich um Vorfälle ohne körperliche Gewalt, etwa Beleidigungen oder Herabwürdigungen. Ermittlungs- oder Strafverfahren waren daraus bislang nicht hervorgegangen.Einträge im Bundeszentralregister liegen nach Angaben der Behörden nicht vor. Weitere Ermittlungs- oder Strafverfahren seien derzeit nicht anhängig.Bei der Festnahme soll er sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden haben.Der Mann wurde Ende April aus einer Klinik entlassen, in die er sich selbst begeben hatte.Das Motiv für die Tat ist noch unklar. „Nach bisherigen Erkenntnissen wird nicht von einem politischen oder religiösen Motiv des Täters ausgegangen“, teilte die Polizei am Montagabend mit. Nach Informationen von WELT gehen Ermittler eher von einer „Beziehungstat“ aus.Die Staatsanwaltschaft Leipzig sowie die Polizeidirektion Leipzig ermitteln gegen den 33-Jährigen unter anderem wegen zweifachen Mordes und mehrfachen Mordversuchs.Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus.Es kursiert ein Video, das den Moment der Festnahme zeigen soll. Eine offizielle Bestätigung für die Echtheit des Videos oder die Identität des Mannes gibt es bislang nicht.Das ist über die Opfer bekannt: Bei der Tat wurden eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann getötet. Die beiden Todesopfer sind laut Polizei Deutsche.Zwei Menschen wurden schwer verletzt. Dabei handelt es sich um einen 75 Jahre alten Mann und eine 84 Jahre alte Frau. Zuvor war die Zahl der Schwerverletzten mit drei angegeben worden.Die Behörden sprechen von vielen weiteren Verletzten, eine genaue Zahl wurde bislang nicht genannt. Nach Angaben der Polizei sind insgesamt etwa 80 Menschen betroffen. Wie viele von ihnen körperlich verletzt wurden, ist nicht bekannt.Hinweis: Der Artikel wird laufend aktualisiert.ll/ad mit dpa